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Beauftragte im Kreis Steinburg : Im Dienst für die Gleichstellung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Andrea Boennen seit Montag beim Kreis Steinburg im Amt und verfolgt einen Schwerpunkt: „Mehr Frauen in die Politik“.

Gestern hat die neue Gleichstellungsbeauftragte Andrea Boennen ihren Dienst beim Kreis Steinburg angetreten. Die 50-Jährige war am vergangenen Donnerstag vom Kreistag einstimmig gewählt worden (wir berichteten). Insgesamt hatten 26 Frauen Interesse an der 35-Stunden-Stelle angemeldet.

Ihr Hauptaugenmerk sieht Andrea Boennen darin, strukturelle Veränderungen herbeizuführen oder zumindest anzustoßen. Unerlässlich sei es dabei, in funktionierende Netzwerke eingebunden zu werden, betonte sie bei ihrer Vorstellungsrede. „Eine Gleichstellungsbeauftragte, die etwas bewegen will, braucht Netzwerke, von denen es im Kreis Steinburg einige gibt.“ Und sie wolle das Gespräch suchen, gerade auch mit Institutionen, die Gleichstellungsthemen nicht per se offen gegenüberstünden.

Aus den Gesprächen zu Anfang ihrer Tätigkeit ergeben sich für Andrea Boennen dann auch inhaltliche Schwerpunkte. Zwei Themen sind für die Diplom-Sozialwirtin und - ökonomin allerdings gesetzt: „Frau und Arbeit“ und vor dem Hintergrund der Kommunalwahl im Mai 2018 auch „Frauen in die Politik“. Denn Frauen hätten immer noch keine „gleichberechtigte Teilhabe“ in der Politik, ihr Anteil in den Kommunalparlamenten liege bei 25 Prozent. Lob gab es für das kommunalpolitische Frauennetzwerk Steinburg (Kopf), dass Frauen auf den Weg in die Politik seit Jahren unterstütze. Das Interesse der Frauen sei da, doch dies sowie gestärktes Selbstvertrauen und Kompetenzen reichten nicht immer aus. „Für viele sind die Strukturen problematisch.“ Denn Gremienarbeit und Termine – oft in den Abendstunden – ließen sich für Frauen nur schlecht mit anderen Aufgaben vereinbaren. Hier müssten die Parteien umdenken, um andere Beteiligungsformen zu finden.

„Frauen und Arbeit“ ist ein zweites Schwerpunktthema für Andrea Boennen. Es gebe im Kreis bereits eine Vielfalt von Aktivitäten und Veranstaltungen, die fortgesetzt werden sollten. Darüber hinaus möchte die neue Gleichstellungsbeauftragte auf Betriebe und Institutionen zugehen, um mit ihnen gemeinsam Strukturen zu entwickeln, mit denen gezielt junge Frauen gefördert werden können. Außerdem gehe es um Fördermaßnahmen, die dazu führen sollten, „dass ein Kind nicht in den Karriereknick oder das Berufsaus führt“.

Zuständig ist Andrea Boennen auch für die Mitarbeiterinnen der Kreisverwaltung, hier fange sie nicht bei null an. Arbeitsgrundlage sei der Frauenförderplan. Dieser sehe unter anderem eine weitergehende Arbeitsflexibilisierung und eine Verstärkung der Arbeit von zu Hause vor.

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erstellt am 04.Apr.2017 | 15:31 Uhr

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