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katastrophenschutz : Im Amt laufen die Fäden zusammen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wehrabschnittsleitung für den Kathastrophenschutz wird von Brokdorf nach Wilster in das Verwaltungsgebäude verlegt.

Die Feuerwehren der Wilstermarsch bereiten sich auf die Verlegung der Wehrabschnittsleitung für den Katastrophenfall in das Verwaltungsgebäude des Amtes Wilstermarsch in Wilster vor. „Wir sind gut davor“, bestätigte Amtswehrführer Thorsten Heins vor gut 35 Aktiven aus allen Wehren des Amtsbereichs. „Jede Wehr stellt zehn Prozent ihrer Mitglieder für die Wehrabschnittsleitung ab“, fügte Thorsten Heins hinzu und zeigte sich dankbar. Gleichzeitig versicherte er: „Die Freiwilligkeit bleibt gewahrt!“ Niemand werde in diese Aufgabe hineingezwungen.

In mehrjährigen Vorbereitungen ist man sich mit dem Kreis Steinburg einig geworden. Dieser trägt die kompletten Kosten für die Verlegung der Wehrabschnittsleitung von Brokdorf nach Wilster. Der Zeitpunkt ist optimal gewählt: Mit der bevorstehenden Umstellung auf den Digitalfunk soll die Katastrophenschutzleitung der Wilstermarsch in das Verwaltungsgebäude umziehen. Dazu muss auf dem Dach noch die notwendige Funkantenne installiert werden. Zudem gilt es, für den Ernstfall eine Notstromversorgung sicherzustellen. „Wenn der Strom ausfällt, müssen wir weiter funken können“, betonte der Amtsfeuerwehrchef. Sonst würde die gesamte Katastrophenabwehr an den Deichen zusammenbrechen.

Die Wehrabschnittsleitung, die dem Katastrophenstab des Kreises Steinburg unterstellt ist, koordiniert die Arbeit der vier Wachabschnitte am Elbdeich zwischen Störsperrwerk und Kernkraftwerk Brunsbüttel mit den jeweiligen Deichgrafen: Wewelsfleth, Brokdorf, Scheelenkuhlen und St. Margarethen. Bisher arbeiteten die Wehrabschnittsleitung sowie die Wachabschnitte Brokdorf und Scheelenkuhlen gemeinsam im Feuerwehrhaus Brokdorf. „Die räumliche Enge bei gleichzeitiger Unterbringung der Brokdorfer Einsatzkräfte hat die Arbeit erschwert“, gab Thorsten Heins zu bedenken. Zukünftig werde man im Verwaltungsgebäude auf optimale Räumlichkeiten sowie personelles und technisches Equipment zurückgreifen können. Hier gebe es die beiden Sitzungszimmner für den Stab, zwei Funkräume und Besprechungszimmer, Aufenthaltsraum sowie Telefone, Faxgeräte und Computer.

Im Katastrophenfall wird die Wehrabschnittsleitung in drei Schichten rund um die Uhr mit ausreichend Personal aus den Wehren des Amtsbereichs besetzt. Darüber hinaus stellt die Feuerwehr Wilster 15 Funker ab. Chef der Wehrabschnittsleitung ist Oberdeichgraf Klaus-Peter Krey. Außerdem gehören ihr ein Fachberater aus dem Landesamt für Küsten- und Naturschutz (LKN), Amtsvorsteher Helmut Sievers, der Leiter des Ordnungsamtes Torsten Franck sowie die Amtswehrführung mit Thorsten Heins und Axel Erdmann an.

„Wir wollen etwas Vernünftiges auf die Beine stellen“, betonte Thorsten Heins. Deshalb habe man zu dieser ersten Informationsveranstaltung eingeladen. Man sei in jedem Fall bemüht, sich im Katastrophenfall optimal für die Bewohner der Wilstermarsch und deren Sicherheit einzusetzen und die Schäden so weit wie möglich in Grenzen zu halten. Übungen in den vergangenen zehn Jahren hätten gezeigt, dass der Katastrophenschutz in der bisherigen Minimalbesetzung der Abschnittsleitung nicht zu schaffen sei. „Wir waren damit überfordert.“ Jetzt sei man zu der Überzeugung gelangt, die verschiedenen Aufgaben auf mehr Schultern zu verteilen: auf Fachkräfte von S1 bis S6 für den Funkverkehr, Führung der Lagekarte und des Einsatztagebuchs, Koordination der Einsätze für Feuerwehren, Bundeswehr und THW, Versorgung mit Verpflegung, Erkundungsfahrten, den Einsatz von nachführenden Kräften aus externen Feuerwehren sowie schließlich für die Organisation von Evakuierungen von Mensch und Tier. „Vieles muss sich entwickeln“, waren sich Heins und Erdmann einig. Für die Zukunft werde es für die 35 Freiwilligen der Wehrabschnittsleitung noch weitere Informationsabende sowie Schulungen auf Kreisebene und an der Landesfeuerwehrschule geben. Der Kreis als Kostenträger sei bereit, diese Kosten sowie die Erstattung der Lohnfortzahlungen zu übernehmen, kündigte Heins an. „In den Verhandlungen mit dem Kreis haben wir grünes Licht bekommen.“

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