Idyllisches Moordorf mit finanziellen Sorgen

Kurt Dammann, Bürgermeister von Moordiek, stellt sich am 26. Mai erneut zur Wahl.  Foto: Zukowski
Kurt Dammann, Bürgermeister von Moordiek, stellt sich am 26. Mai erneut zur Wahl. Foto: Zukowski

Gemeinde muss viel Geld in Straßenbau stecken / Moordieck bemüht sich um Attraktivität für seine 120 Einwohner / Zahl der Landwirtschaftsbetriebe rückläufig

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05. März 2013, 03:59 Uhr

Moordiek | Was planen die Gemeinden in 2013? Wo drückt die Kommunen der Schuh? Und wie laufen die Vorbereitungen auf die Kommunalwahl im Mai? In einer Serie beleuchtet unsere Zeitung alle über 100 Gemeinden in der Region. Heute: Moordiek, Breitenburg, Oldenborstel.

Ruhig geht es zu in dem kleinen Dorf Moordiek, das zwischen Itzehoe und Kellinghusen südlich der Landesstraße liegt, 620 Hektar Land umfasst und etwa 120 Einwohner zählt. "Moordiek ist das reinste Eldorado an Ausgleichsflächen", meint Bürgermeister Kurt Dammann. Rund ein Drittel des Landes dient hier als Ausgleichsfläche für den Golfplatz in Breitenburg, die Kreidegrube Saturn und das Airbusgelände Mühlenberger Loch. Etwa die Hälfte der Ausgleichsflächen, also 100 Hektar, wird vom Naturschutz mit Rindern begrast, der Rest liegt brach.

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe hat sich innerhalb der vergangenen 13 Jahre von zwölf auf sechs reduziert. Eine Biogasanlage gibt es im Ort, die 2008 erbaut und 2011 erweitert wurde. "Mehr Strom als ganz Moordiek verbrauchen kann" produzieren die Photovoltaikanlagen, mit denen die Dächer der Bauernhöfe bestückt sind.

Gerade wurde der Bau zweier neuer Einfamilienhäuser abgeschlossen, mehr Bauplätze sind zurzeit nicht verfügbar. Sehnsüchtig wird auf den Breitbandanschluss gewartet, der in Moordiek wie in den anderen Moordörfern voraussichtlich noch in diesem Jahr für eine schnelle Internetverbindung sorgen soll.

Vor Probleme stellt die Gemeinde die Schließung der Grundschule in Breitenberg, die von allen Kindern zwischen Auufer und Kronsmoor besucht wird. Zurzeit entscheiden die Eltern, welche Schule ihre Kinder künftig besuchen sollen. "Bisher sieht es nach einem recht einstimmigen Votum für Wrist aus", so Dammann.

Finanziell beteiligt sich die Gemeinde derzeit an der Vergrößerung des Kindergartens in Breitenberg, der für 180 000 Euro um eine weitere Spielgruppe erweitert wird. Auch in das Feuerwehrgerätehaus am Ortseingang von Breitenberg flossen finanzielle Mittel aus Moordiek. "Unser größtes Problem sind die Straßen im Moor, da gehen unsere ganzen Gelder rein", so Bürgermeister Dammann. Um die Finanzen stehe es daher schlecht, "wir haben keine Rücklagen mehr".

Dennoch bemüht man sich in dem ländlich gelegenen Reihendorf, dessen Landschaft durch nahezu endlose Weiten und imposante Pappelreihen geprägt ist, für Jung und Alt attraktiv zu sein: Im jährlichen Wechsel besuchen die Kinder von sechs bis zwölf Jahren und die Jugendlichen von zwölf bis 17 Jahren die Indoor-Spielhalle oder den Klettergarten. Für die Senioren werden Gemeindeausflüge gemeinsam mit der Nachbargemeinde Breitenberg angeboten.

Bürgermeister Kurt Dammann, ein pensionierter Landwirt, gehört der Kommunalen Wählervereinigung (KWV) an, die in Moordiek als einzige politisch agiert. "Die Chancen, dass ich Bürgermeister bleibe, stehen gut", meint Dammann zuversichtlich mit Blick auf den 26. Mai.

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