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Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 21:24 Uhr

Idylle pur am Deich genießen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Brokdorf lockt Urlauber mit vielen Annehmlichkeiten / Camper nutzen das Dorf gerne als Ausgangspunkt für Radtouren

Bei Sonne am Elbufer sitzen, im Freibad baden oder einen Spaziergang unternehmen, bei Regen ein Besuch im Café. In Brokdorf können Einheimsiche und Urlauber viel unternehmen. Und das Dorf hat internationalen Besuch, denn viele Besitzer von Caravans stehen auf dem (kostenpflichtigen) Camperplatz.

So zum Beispiel auch Barbara (68) und Manfred (74) Klages aus Schöppenstedt im Landkreis Wolfenbüttel – der „Eulenspiegelstadt“, wie sie betonen. Barbara Klages arbeitet nach ihrer Pensionierung ehrenamtlich im Eulenspiegelmuseum, macht dort die Abrechnungen, Führungen und den Kartenverkauf, ist Ansprechpartnerin für fast alles. Gemeinsam mit ihrem Mann macht sie nun zwei Wochen lang ihre Goldene Hochzeitsreise per Wohnmobil. Das ist ein 29 Jahre alter VW LT 28, „Sven Hedin“ von Westphalia. „Er hat schon 268000 Kilometer auf dem Tacho stehen“, sagt Manfred Klages. Aber er fährt und fährt... „Darin schlafen wir gut, es ist Platz genug.“ Sie haben eine Toilette, eine Heizung und eine Küche. „Und wir passen auf jeden Parkplatz.“

Zwei Wochen lang geht es für sie von Niedersachsen aus durch Schleswig-Holstein. Hier haben es ihr besonders die Schiffe angetan, und so sind sie auf ihrer Tour an die Elbe bei Geesthacht gefahren. „Da sind lauter nette Leute, und wir haben uns die Schiffe auf der Elbe angesehen“, erzählt Barbara Klages. Beeindruckend seien auch die Schiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal. „In Sehestedt waren wir ganz nah an den Schiffen dran.“ Besichtigt haben sie zum ersten Mal das Nolde-Museum in Seebüll. Und als sie eigentlich nach Dagebüll wollten, aber der Platz dort zu voll war, landeten sie in Tönning. „Von da aus haben wir einen Ausflug über 35 Kilometer mit dem Fahrrad gemacht“, so Barbara Klages. „Wir fahren nie ohne Rad in den Urlaub.“ Und schließlich sind sie mit ihrem Caravan in Brokdorf angekommen, wo ihnen der Camperplatz sehr gut gefällt. „Wir sind auch von Brokdorf aus schon mit dem Rad bis Brunsbüttel gefahren. Das war sehr abwechslungsreich.“ Gerne wären sie noch länger geblieben, sind sich die Klages einig. Aber in Bremerhaven sind sie mit dem Sohn verabredet. Im nächsten Jahr wird ihr Caravan 30. Dann bekommt er ein „H-Kennzeichen“ (für „historisch“), „und wir dürfen auch in die Städte mit Umweltplakette hinein fahren“, so Barbara Klages. „Da freuen wir uns schon drauf.“

Ihnen gegenüber zwischen zwei moderneren Caravans haben es sich vier Camper aus Friesland in den Niederlanden gemütlich gemacht. Hendrik und Beppie Schippers sowie Hendrik und Wietske de Fries machen drei Wochen Urlaub, kamen über Bremerhaven und fahren an der Küste entlang. „Wir haben aber kein bestimmtes Ziel“, so Hendrik Schippers. Auch sie wollen auf ihren Stationen mit dem Fahrrad fahren, haben schon einen Ausflug von 30 Kilometern geschafft. „Brokdorf ist ein schöner Camperplatz“, meint Beppie Schippers. „Aber die Radwege sind „nicht so gut wie in Holland“. Aber immer noch „ganz in Ordnung“, meint Hendrik de Fries. Und das ist schon ein Kompliment. Zwei Tage wollen sie in Brokdorf bleiben, hier mögen sie das gute Essen, vor allem Fleisch und Bratwurst haben es ihnen angetan, ebenso Korn, Wein und Kräuterlikör. „Wir sind auch hier, um einzukaufen“, sagt Wietske de Fries. Denn der Preis ist in Ordnung. „Das ist in den Niederlanden alles teurer.“

Und egal ob Sonne oder Regen, gemütliches Ambiente bieten Hotel/Restaurant Sell mit Blick über den Deich, und die „Kaffeestuv in de Hörn“, neben dem Freibad urig am Deich gelegen. Dort herrschte zuletzt an den Wochenenden Hochbetrieb. „Der Mai und der Juni waren sehr schlecht“, beobachtete Serviererin Martina Kaminski. „Es steht und fällt alles mit dem Wetter.“ Aber seit Juli „brummt“ es. Bei gutem Wetter seien viele Fahrradfahrer und Spaziergänger da, bei schlechtem Wetter Rentner mit Hund. „In den vergangenen drei Wochen waren viele Urlauber unterwegs, die extra wegen des Cafés und seines Flairs gekommen sind.“ Chefin Heike Bolten aus Wewelsfleth führt das Café, das es schon seit 2006 gibt, im zweiten Sommer. Mit Hilfe einer Konditorin werden alle Kuchen und Torten selber gebacken. Dafür kommen die Leute teilweise von weit her – aus Hamburg, Dithmarschen, Pinneberg. So wie Frauke Abraham aus Pinneberg mit ihrem Mann Günter und einem weiteren befreundeten Paar. „Es ist hier ganz wunderbar“, sagte Frauke Abraham, den Tipp gaben Freunde, nun sind sie mindestens einmal im Monat hier. „Gerade wenn das Wetter so gut ist.“ 

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von
erstellt am 24.Aug.2015 | 15:52 Uhr

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