Sanierung der Itzehoer Innenstadt : Ideen für eine grünere Stadt

Genug Platz für ihre Ideen gibt es in der Stadt, sagt Tanja Nielsen. Sie könnte sich unter anderem die Grünflächen zwischen Landgericht und Theater als künftigen Stadtgarten vorstellen.
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Genug Platz für ihre Ideen gibt es in der Stadt, sagt Tanja Nielsen. Sie könnte sich unter anderem die Grünflächen zwischen Landgericht und Theater als künftigen Stadtgarten vorstellen.

Ein städtisches Umfeld und Natur müssen kein Gegensatz sein, sagt die Itzehoerin Tanja Nielsen und schlägt neue Konzepte für Grünflächen im Itzehoer Stadtkern vor.

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05. März 2018, 05:00 Uhr

Die Innenstadt soll Schritt für Schritt saniert werden, so hat es die Ratsversammlung mit großer Mehrheit beschlossen. Bis 2032 soll Itzehoe ein neues, schöneres Gesicht bekommen. Um dies zu erreichen, sind bisher vor allem bauliche Veränderungen im Gespräch – unter anderem die Idee der Nachbildung der Störschleife. Geht es nach der Itzehoerin Tanja Nielsen sollte auch intensiv über neue Arten der Bepflanzung öffentlicher Flächen nachgedacht werden.

Urban Gardening (städtisches Gärtnern) lautet das Stichwort, von dem Nielsen sich eine Aufwertung der Stadt im Sinne ihrer Bewohner verspricht. „Es geht darum, städtische Grünflächen ökologisch aufzuwerten und zur nachhaltigen Nahrungsmittelerzeugung zu nutzen“, erklärt die Industriekauffrau. Gleich mehrere Ziele ließen sich damit erreichen, sagt Nielsen: Zum einen könne wertvoller Lebensraum für Insekten und andere Tierarten geschaffen werden. Zum anderen könne der Grundstein für eine regionale Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln gelegt werden. Und wenn sich viele Menschen direkt an der Umsetzung beteiligen, habe das ganze auch eine soziale Komponente: „Urban Gardening bietet die Möglichkeit der Vernetzung von Menschen aller Altersklassen, Herkunftsländer und finanziellen Schichten in den Gärten“, sagt Nielsen.

Ihre Ideen sind keine spontane Eingebung. Seit Jahren beschäftigt sie sich mit der Thematik Ernährungssouveränität, engagiert sich im Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt. Langfristig möchte sie eine solidarische Landwirtschaft gründen. Und sie sucht den Kontakt zu Vereinen und Initiativen in der Region, die Fachwissen und „Manpower“ für die konkrete Umsetzung ihrer Ideen für die Innenstadt einbringen könnten. „Das Echo ist bisher durchgehend positiv“, berichtet die 31-Jährige. Beispielsweise könnte der Imkerverein Itzehoe und Umgebung bei der Auswahl von bienenfreundlichen Pflanzen behilflich sein, sagt Nielsen. Organisationen, Vereine und Schüler könnten mit entsprechender Anleitung beispielsweise Kästen für Hochbeete bauen oder Beete anlegen.

Die Kosten seien dabei insgesamt relativ überschaubar – insbesondere im Vergleich zu anderen Projekten, sagt Nielsen. „Das Tolle ist, dass man in kleinen Schritten starten kann und nicht gleich große Summen investieren und viel Aufwand betreiben muss. Es kann sich nach und nach entwickeln“, sagt Nielsen. „Wichtig ist, dass man überhaupt erstmal beginnt.“ Je nachdem, wie viel Interesse, Engagement und Akzeptanz die Itzehoer zeigen, könne dann Schritt für Schritt erweitert werden. Wie man dabei konkret vorgehen könnte, möchte Tanja Nielsen mit Politik und Verwaltung erörtern. Sie hat ihre Vorschläge bereits an die Umweltabteilung im Rathaus geschickt. „Ich hoffe, dort und in der Politik Begeisterung für diese Ideen wecken zu können“, sagt die Aktivistin.

Ganz neu erfinden müsste man das Rad für Urban Gardening in Itzehoe nicht: Mit der Stadt Andernach in Rheinland-Pfalz, die seit knapp 10 Jahren das Projekt Essbare Stadt (siehe Link oben) vorantreibt, gibt es ein vergleichbares Vorbild, von dem man lernen könne, sagt Nielsen. Andernach hat noch ein weiteres Ziel erreicht, dass für Itzehoe interessant sein könnte: Die Stadt hat sich nach Angaben ihrer Verwaltung ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen und ist zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Dazu habe auch das überregionale Medieninteresse beigetragen. Schon deshalb habe sich jeder Cent für die Essbare Stadt mehr als gelohnt, schreibt Andernachs Oberbürgermeister Achim Hütten auf der Internetseite der Stadt.


>Tanja Nielsen ist auf der Suche nach Unterstützern und Ideengebern. Kontakt: elfentanzfilz@gmail.com

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