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Bürgerbeteiligung : Ideen für das Rathaus gesucht

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Wählergemeinschaft Bürger für Kellinghusen lädt Bürger ein/Gemeinsam soll Nachnutzung für das historische Gebäude erarbeitet werden

Was soll mit unserem Rathaus nach Auszug der Verwaltung geschehen? Diese Frage richtet die Wählergemeinschaft Bürger für Kellinghusen (BFK) an die Einwohner der Stadt. Die BFK will die Störstädter an der Entscheidung über eine angemessene Nachnutzung beteiligen. Im Rahmen einer Ideenbörse am Dienstag, 13. Mai, im Bürgerhaus in der Zeit von 19 bis 21 Uhr sollen sie quer durch alle Altersgruppen Gelegenheit haben, ihre ganz persönlichen Vorstellungen dazu zu präsentieren.

Seinen stolzen Titel hat das 1908 eingeweihte historische Gebäude die längste Zeit getragen. Nach der Fertigstellung des neuen Amtsgebäudes werden die Mitarbeiter mit Sack und Pack in die Fußgängerzone umziehen. Ideen für eine zukünftige Nutzung der Räumlichkeiten seien in den Reihen der Politik zwar schon vorhanden. „Uns ist aber wichtig, dass Bürgergedanken und Imaginationen von Anfang an eine Rolle mitspielen“, sagt Henning Schlüter. Gemeinsam mit den Kollegen Axel Pietsch und Marcus Wack freut sich der BFK-Chef auf eine rege Beteiligung mit einem bunten Ideenfeuerwerk für das denkmalgeschützte Gemäuer.

„Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, regt Wack zum Brainstorming an. Gerne dürften auch Fotos oder selbst gebastelte Modelle die Vorstellungen unterstreichen. Tüchtige Bürger waren auch zu Beginn des vorvergangenen Jahrhunderts im Spiel, als erste Gedanken über ein eigenes Rathaus wach wurden. Bis dahin hatte die Bürgermeister ihre Amtsgeschäfte in der jeweils eigenen guten Stube erledigt. Die Gründerzeit mit der industriellen Revolution färbte jedoch auch auf Kellinghusen ab. 1889 erhielt die aufblühende Stadt einen Bahnhof, der Hafen florierte und die angestammten Gerbereien, Mühlenbetriebe und Brauereien liefen gut. Bald eröffneten zusätzlich eine Färberei und Wäscherei, eine Meierei und eine Margarine- und Zigarrenfabrik. Hinzu kamen die Töpfereien sowie eine Buchdruckerei und Zeitungsverlag.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Einwohnerzahl. In nur einer Dekade, von 1895 bis 1905 war sie um das Doppelte auf 4951 angewachsen. Dennoch wollten die sparsamen Stadtverordneten einen Rathausneubau vermeiden. Erst als der zunächst geplante Umbau der damaligen Mädchenschule aus bautechnischen Gründen nicht realisiert werden konnte, entschieden sie sich 1906 für einen Abriss und Neubau durch den örtliche Baumeister Max Wichmann. Nach der Fertigstellung 1908 war in der Bevölkerung zwar die Rede davon, dass die Verwaltung sich ein Schloss gebaut habe. Die meisten Kellinghusener unterstützten den Rathausbau aber nach Kräften, zum Teil mit stattlichen finanziellen Zuwendungen.

Inzwischen wurde der Verwaltungssitz (1986/87) für 1,6 Millionen Mark aufwändig saniert und unter Denkmalschutz gestellt. Ihre Wertschätzung bezeugten zahlreiche Bürger 2008 zum 100-jährigen Jubiläum „ihres“ Rathauses. Ideen dafür, was in den kommenden 100 Jahren hinter den Mauern des Kellinghusener Vorzeigebaus geschehen soll, können sie jetzt beisteuern.

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