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Polizeireport : „Ich dachte kurz, die wollen mich umbringen“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Unbekannte haben in Itzehoe auf eine Spaziergängerin und ihren Hund geschossen. Die Polizei ermittelt.

Eigentlich kam Anna Kuhlmann immer gern mit ihrem Hund zum Spazierengehen zu dem Feldweg in Richtung der Stormsteiche am Rand von Edendorf. Doch seit vorgestern fühlt sie sich auf ihrer Gassirunde nicht mehr sicher. Zwei junge Männer hatten offenbar Spaß daran, der 24-Jährigen und ihrem Hund Angst einzujagen.

Kuhlmann war gegen 18.30 Uhr mit ihrem Bulldoggen-Rüden „Buddy“ auf dem Weg in Richtung Geschwister-Scholl-Allee, als ihr in etwa 100 Metern Entfernung zwei unbekannte Männer auffielen, die eine andere Spaziergängerin mit einem kleinen Mischlingshund belästigten. Als diese sich entfernte, kamen die Männer Kuhlmann entgegen. „Sie schlenderten ganz ruhig und gelassen auf mich zu.“ In etwa fünf Meter Entfernung aber zog einer aus der Bauchtasche seines Kapuzenpullovers eine „täuschend echt aussehende“ Pistole und zielte auf die Spaziergängerin.

„Im ersten Moment dachte ich kurz, die wollen mich umbringen.“ Als der Täter abdrückte, kamen aber nur kleine gelbe Kugeln aus Plastik aus dem Lauf. Es handelte sich um eine sogenannte Softair-Waffe. „Sie schossen etwa sechs, sieben Mal auf mich und den Hund“, berichtet Kuhlmann. Verletzt wurden weder sie noch „Buddy“ durch die Geschosse.

Kuhlmann versuchte, auf dem schmalen Weg an den Männern vorbeizukommen, aber die ließen sie nicht durch. „Sie fanden es sehr lustig, dass ich Angst hatte.“ Der zweite Mann habe sie mit dem Handy gefilmt. Was die Täter genau sagten, hat Kuhlmann nicht verstanden, denn sie sprachen eine ihr unbekannte Sprache. Es gelang ihr schließlich an den Männern vorbeizukommen, die daraufhin lachend wegrannten.

„Ich bin sehr froh, dass sie nicht näher gekommen sind.“ Sie vermutet, die Täter hatten Respekt vor ihrem kräftigen Hund, der die Männer anbellte und knurrte. „Näher als auf einige Meter Entfernung haben sie sich daher wohl nicht rangetraut“, sagt Kuhlmann. Geld oder andere Wertgegenstände verlangten die Täter nicht von ihr.

Direkt nach dem Vorfall am Dienstag informierte Kuhlmann die Polizei. Gestern erstatte sie Anzeige gegen unbekannt. Die Täter beschreibt sie als etwa 15 bis 20 Jahre alt und 1,75 bis 1,80 Meter groß. Beide hatten dunkle Haare. Einer trug eine braune Lederjacke und eine helle, zerrissene Jeans, der andere eine dunkle Jogginghose und einen grauen Kapuzenpullover.

Die Polizei reagierte mit verstärkten Streifen in dem Bereich. Besonders gestern gegen 14 Uhr waren mehrere Beamte auf der Suche nach den Männern, denn zu dem Zeitpunkt sah Kuhlmann die beiden Männer vom Auto aus erneut in der Geschwister-Scholl-Allee mit der Softair-Waffe hantieren und informierte die Beamten. Diese trafen die Männer aber nicht mehr an.

Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der „gefährlichen Körperverletzung mittels einer Waffe“. „Wir bitten die zweite Betroffene oder Zeugin sich bei der Polizei zu melden“, sagt Polizeisprecherin Merle Neufeld. Auch etwaige weitere Zeugen werden gebeten, sich mit den Beamten in Verbindung zu setzen. Anna Kuhlmann ist es wichtig, andere Spaziergänger vor den Tätern zu warnen. „Ich möchte nicht, dass das noch jemand anderem passiert.“


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erstellt am 07.Apr.2016 | 05:00 Uhr

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