Mietwagen an U-Bahnhöfen : HVV-Ziel: Hamburger ohne Auto

Bahn frei in Hamburg - während die Straßen verstopft sind. Der HVV macht Pendlern ein Angebot.  Foto: sh:z
Bahn frei in Hamburg - während die Straßen verstopft sind. Der HVV macht Pendlern ein Angebot. Foto: sh:z

Hamburg will Autofahrern den Verzicht auf den eigenen Pkw schmackhaft machen.

Avatar_shz von
28. Juli 2012, 10:54 Uhr

Hamburg | An großen U-Bahnhöfen sollen Fahrgäste künftig direkt Mietwagen ausleihen können. Hochbahn-Chef Günther Elste: "Unser Ziel ist, dass sich immer mehr Bewohner innenstadtnaher Gebiete vom Gebrauch oder sogar vom Besitz eines eigenen Autos verabschieden und mit dem ÖPNV fahren."
Dazu plant die Hochbahn ein europaweit einmalig dichtes System zur Verknüpfung des ÖPNV mit Leihwagen, aber auch mit Mietfahrrädern und Taxis. Elstes Vision: Der typische Bewohner innerhalb des Rings 2 bewegt sich in ein paar Jahren üblicherweise als HVV-Abo durch die Stadt. Benötigt er doch einmal ein Auto, liefert es die Hochbahn ihm (fast) bis an den Bahnsteig.
Buchung über Smartphone
Ein erster Mobilitäts-Service-Punkt soll ab Frühjahr 2013 am Berliner Tor zur Verfügung stehen, wo sich drei U-Bahn- und zwei S-Bahnlinien treffen. Direkt am Bahnhof werden die Leihwagenanbieter Europcar und Car2Go eine Flotte von zusammen 18 Fahrzeugen für HVV-Abonnenten stationieren. Die buchen ihren Wagen vorab per Smartphone-App und benötigen nach Verlassen von U-Bahn oder Bus nur wenige Schritte zu ihrem fahrbaren Untersatz. Bis 2020 soll es in der Metropole 30 solcher Mobilitätspunkte geben.
Mitmachen dürfen während einer zweijährigen Pilotphase zunächst nur HVV-Abonnenten, die für das Mobilitätsangebot zusätzlich rund zehn Euro pro Monat zahlen sollen. Im Gegenzug verspricht Elste aber kräftige Preisrabatte der Autovermieter, wodurch sich der Aufschlag schnell amortisieren werde.
Parkplatznot
Hintergrund des Angebots ist der anhaltende Zuzug von Menschen in die Stadtteile im weiteren Umkreis der Hamburger City. Elste: "In vielen Quartieren finden die Hamburger keinen Parkplatz mehr für ihre Pkw und schaffen diese einfach ab."
Auch wegen solcher Umsteiger rechnen die Verantwortlichen mit einem weiterhin Passagierzuwachs. Beförderte die Hochbahn 2011 schon die Rekordzahl von 423 Millionen Fahrgästen, werden es laut Prognose 2020 nochmals 100 Millionen mehr sein.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen