hunde-fa,milie : Huskys kennen keine Grenzen

Schau mir in die Augen: Fanny-Mo Dunker krault einen der 28 Hunde des Familien-Husky-Rudels.
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Schau mir in die Augen: Fanny-Mo Dunker krault einen der 28 Hunde des Familien-Husky-Rudels.

Eine Itzehoer Familie hält sich ein großes Rudel mit 28 Tieren und organisiert unter anderem Gespannfahrten mit den Vierbeinern.

shz.de von
05. Januar 2018, 05:00 Uhr

Zufrieden sitzt Fanny-Mo Dunker auf einem Baumstumpf, umringt von 28 Hunden. Es ist ein ganzes Husky-Rudel, das die 13-Jährige und ihre Mutter Britta Dunker (49) bei sich zu Hause in Itzehoe halten. Nahezu alle Hunde sind miteinander blutsverwandt und bilden deshalb ein Familien-Rudel. Das größte in Europa, vermutet Dunker. Für Foto- und Filmaufnahmen werden sie vermietet. Erst kürzlich wurden einige für Fotos mit der englischen Rockband „Deep Purple“ gebucht (wir berichteten).

Mehrere Hunde geben Fanny-Mo feuchte Küsse ins Gesicht, andere stupsen sie mit der Schnauze an oder lassen sich von ihr kraulen. „Huskys lieben die Gesellschaft, man kann sie nicht allein halten. Sonst zerlegen sie einem die Bude, wenn man das Haus verlässt“, erklärt Britta Dunker, die immer schon Hundeliebhaberin war. Dass sie sich aber gleich ein so großes Rudel zulegt, hätte die Journalistin und Roman-Autorin („Todesstern“) selbst nicht gedacht.

Bei Recherchen für einen Roman beschäftigte sie sich 2001 näher mit der Hunderasse. Das freundliche Wesen der Tiere, die den Menschen so mögen, ihre Intelligenz und Wildheit faszinierten sie. Dunker und ihr damaliger Mann schafften sich den ersten Husky an. Es folgte ein zweites Tier, 2006 dann der erste Wurf mit neun Welpen, von denen die Familie sechs behielt. Ihr Leben veränderte sich durch die speziellen Bedürfnisse der Hunde.

„Anders als andere Hunde akzeptieren Huskys keine Grenzen. Zäune sind Vorschläge“, erklärt Dunker. Die Leine ist aufgrund des großen Jagdinstinktes der Tiere bei jedem Spaziergang Pflicht. Nur mit Respekt, Auslastung durchs Gespannfahren und mit hierarchischen Strukturen kann man sie im Zaum halten. Als Rudelführerin hat Britta Dunker das letzte Wort. Es gelten klare Regeln. Die Führungsebene im Rudel darf ins Wohnhaus, der Rest bleibt im Stall.

Den Ausschlag zur Unternehmensgründung gab 2007 eine Anfrage des Touristikvereins Hüttener Berge. Ob die Dunkers über den Verein nicht Husky-Schlittenfahrten anbieten wollten? Im Februar 2008 meldete Britta Dunker ihr Gewerbe an. Da sie damals noch in Haby bei Eckernförde wohnte, nannte sie ihr Unternehmen „Husky-Team Hüttener Berge“.

Mittlerweile vermittelt eine Agentur ihr Foto- und Filmaufnahmen mit den Tieren. Im Erlebniswald Trappenkamp veranstaltet sie Kindergeburtstage, hält Seminare über die Hunderasse, organisiert Gespannfahrten und bietet Übernachtungen auf ihrer Husky-Farm an.

Was nach dem rasanten Aufstieg eines Start-up-Unternehmens klingt, ist in Wahrheit ein ständiger Kampf um die Existenz. Weil die Familie mit ihren Hunden viel Platz braucht, ist sie auf einen günstigen Resthof in Itzehoe gezogen. Die Einnahmen fließen größtenteils in den Unterhalt.

Im vergangenen Jahr erkrankten mehrere Hunde an Krebs. Vier Operationen kosteten 3500 Euro. „Die zahle ich gerade noch ab“, so Dunker. Aber Aufgeben verbietet sich. Dann müsste sie ihre Tiere verkaufen. „Damit würden wir unsere Familie weggeben, meine Tochter würde ihre Fell-Geschwister verlieren. Das geht nicht.“ Also machen die Dunkers weiter.

Auch an Weihnachten: Für Mutter und Tochter sind Feiertage Alltag. Heiligabend waren sie morgens für eine Schlittenfahrt gebucht. Nachmittags wurden der Stall geputzt und die Tiere gefüttert. Bescherung gab es abends allerdings nur für die Zweibeiner: Fanny-Mo hatte sich Bettwäsche mit Huskys gewünscht, und ein Halsband für ihren Lieblingshund Yaranga.

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