zur Navigation springen

Verstehen Sie Spaß? : Humorvolle Rache eines Itzehoers

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bei einem Schweden-Trip legt Claus Falck mit Hilfe falscher Polizisten seine Familie rein. Dies ist Sonnabend bei „Verstehen Sie Spaß?“ zusehen.

von
erstellt am 03.Dez.2016 | 04:45 Uhr

Zunächst dachten sich die vier Männer nichts Böses, als sie in Schweden in eine Polizeikontrolle gerieten. Eben erst waren sie mit dem Flugzeug in Stockholm gelandet, jetzt waren sie mit dem Mietwagen auf dem Weg in ihr Ferienhaus am See Skagern. Nicht ungewöhnlich, dass man unterwegs von Ordnungshütern gestoppt wird, doch diese Kontrolle hatte es in sich. Die Polizisten interessierten sich nämlich nicht nur für die fehlenden Fahrzeugpapiere, sondern auch für eine Dose mit Angelmaden, angeblich illegal eingeführt, und einen Satz Schlafmasken im Kofferraum, die die Urlauber als Bankräuber verdächtig machten. Im Nu unterstellten ihnen die Beamten, Schwerverbrecher zu sein und brachten die vier ganz schön ins Schwitzen.

Die Polizisten waren in Wirklichkeit Schauspieler, rund um den Ort des Geschehens waren Kameras versteckt, und die Handlung war von langer Hand geplant, der 69-jährige Itzehoer Claus Falck steckte dahinter. Anfang des Jahres hatte er sich bei der ARD-Fernsehsendung „Verstehen Sie Spaß?“ gemeldet mit der Bitte, seine Verwandten und Freunde einmal ordentlich reinzulegen, das Ergebnis wird heute ausgestrahlt. Der Spaßvogel wollte auf seine Art Rache nehmen für einen Vorfall, der schon einige Jahre zurücklag.

Für einen Angeltrip hatte er seine beiden Cousins Siegfried und Hans-Joachim Stark sowie deren beiden Freunden Theo Benedens und Rolf Blum – alle stammen aus dem rheinländischen Kempen – sein Auto geliehen. Der Wagen kam zwar heil zurück, allerdings erlebte Falck nach einigen Tagen eine böse Überraschung: Sein Auto war plötzlich voller Fliegen. Wie sich herausstellte, war den Anglern eine Dose mit Maden ausgekippt, die sich nach einigen Tagen in putzmuntere Insekten verwandelten. „Es hat mindestens eine Woche gedauert, bis ich die alle ausgemerzt hatte“, erzählt Falck.

Nach einiger Zeit ersann der humorvolle Rentner schließlich, wie er die vier Männer gewissermaßen mit ihren eigenen Waffen schlagen und für Action bei ihrem alljährlichen Schweden-Urlaub sorgen konnte. Weil seine Verwandten ausgerechnet dieses Mal auf Maden verzichten wollten, schmuggelte er ihnen schnell noch welche in ihr Gepäck. Es dauerte nicht lange, bis die falschen Polizisten bei der gestellten Kontrolle die Dose mit den kleinen Tierchen fanden.

Sie verlangten von den Urlaubern einen Gesundheitspass für jede einzelne der rund 500 Maden, schließlich handele es sich um „wilde Tiere“. Andernfalls würde ein Bußgeld von 200 schwedischen Kronen pro Made fällig. „Mein Cousin sah schon den finanziellen Ruin vor sich“, sagt Claus Falck und muss immer noch lachen. Während des Drehs im August beobachtete er die Szenen aus unmittelbarer Nähe, versteckt in einem parkenden Bulli. Er freute sich darüber, dass sein Plan aufging. „Alle sind voll auf den Spaß reingefallen“, sagt Falck, der im weiteren Verlauf des Films auch noch eine Rolle spielen sollte.

Weil ihm der Vorwurf mit den Maden noch nicht genügte, setzte Falck noch einen drauf und machte die vier Männer zu mutmaßlichen Bankräubern. Wer wissen will, wie ihm das gelang und wie sie am Ende doch der angedrohten Untersuchungshaft entkamen, der sollte heute Abend um 20.15 Uhr die Fernsehsendung „Verstehen Sie Spaß“ einschalten. Dann wird der Film ausgestrahlt samt einem kleinen Vorspann bei Claus Falck und seiner Frau Ingelore zu Hause, für den Moderator Guido Cantz eigens nach Itzehoe kam. „Das war ein tolles Erlebnis“, sagt Falck, der die Erinnerungen an den gelungen Coup in einem Fotobuch festgehalten hat. „Made in Schweden“ hat er die ganze Aktion getauft.

Und hat er nach der Geschichte nicht Angst vor einer Retourkutsche? „Ich pass’ da schon auf. Aber wenn mir in den letzten Wochen kuriose Dinge passiert sind, dann habe ich schon immer genau nachgedacht.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen