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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 14:20 Uhr

Meldorfer Apfeltage : Hüter alter Apfelsorten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ein pensionierter Lehrer kümmert sich um die Gärten am Landwirtschaftsmuseum in Meldorf, in dem Obst aus alten Bauerngärten der Region bewahrt wird.

Alte Apfelsorten haben es ihm angetan: Klaus-Jürgen Paulsen kümmert sich seit über 20 Jahren um den Apfelgarten am Landwirtschaftsmuseum in Meldorf. Mehr durch Zufall sei er an diese Aufgabe gekommen, erzählt der pensionierte Lehrer der Gelehrtenschule. Doch längst hat ihn die gesunde Herbstfrucht gepackt. Ob Tönninger Apfel, Dithmarscher Liebesapfel oder Holsteiner Cox – Paulsen kümmert sich in dem kleinen Garten um so manche leckerer Rarität aus alten Bauerngärten zwischen Brunsbüttel und Eiderstedt. Zusammen mit den Bäumen auf mehreren Obstwiesen kommt der 65-Jährige auf 70 Apfelsorten.

In erster Linie dienen diese verschiedenen Standorte dem Arterhalt. Gerade erst hat er aus dem Süden Dithmarschens einen noch zu bestimmenden Apfel erhalten. Eine andere Errungenschaft ist der „Süße Boiken“, eine leckere, aber nicht lagerfähige Sorte, auf die Paulsen in der Umgebung Marnes gestoßen war.

Die Früchte stammen aus den einstigen Bauerngärten der Höfe. In der Erntezeit im Herbst waren die Äpfel wichtig für die Ernährung der Landarbeiter. Entsprechend seien stets mehrere Sorten angepflanzt worden, um über einen längeren Zeitraum frisches Obst zu haben. Dabei gebe es sogar Unterschiede, berichtet der Meldorfer: Die in der Regel eher wohlhabenderen Marschhöfe hätten mit „gehobenem Sortiment“ aufwarten können. Für den Erwerb seien „Prinz“, „Ananas-Renette“ und Co. eher nicht angebaut worden, weiß Klaus-Jürgen Paulsen.

Bei der Suche nach verschollenen Sorten helfen ihm auch die alle zwei Jahre veranstalteten Meldorfer Apfeltage. Immer wieder kämen Besucher, die einen Apfel bestimmen lassen möchten. Experte für diese Aufgabe ist Meinolf Hammerschmidt, der seinerzeit auch Klaus-Jürgen Paulsen für die ehrenamtliche Betreuung der Apfelgärten angeworben hatte.

Am Sonnabend und Sonntag, 18. und 19. Oktober, heißt es jeweils von 10 bis 17 Uhr am Landwirtschaftsmuseum und dem Dithmarscher Bauernhaus: „Alte Äpfel zwischen alten Maschinen“. Gemeinsam mit dem Verein für Dithmarscher Landeskunde und dem Pomologenverein organisiert das Museum die 12. Meldorfer Apfeltage. Zum Programm gehören neben der Bestimmung seltener Sorten auch fachliche Infos der Gärtnerei Schwertfeger aus Warringholz für den Obstbaumanbau, Saftverkostung durch die Burger Mosterei „Deutsche Eiche“ oder auch eine Diaschau über Dithmarscher Apfelgärten. Das „Apfelschiff“ von der Treene verkauft am Sonntag Obst, Imker werden ebenso informieren wie die Umweltorganisation BUND. Und auch die Stiftung Mensch wird sich präsentieren.

Natürlich, sagt Klaus-Jürgen Paulsen, können Interessierte auch die eine oder andere veredelte alte Sorte für den heimischen Garten kaufen. Das wäre ein wichtiger Beitrag für den Sortenerhalt. Denn es würden heute nicht mehr genügend Apfelbäume gepflanzt.


>Infos:www.landwirtschaftsmuseum-schleswig-

holstein.de

 

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erstellt am 16.Okt.2014 | 12:00 Uhr

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