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Norddeutsche Rundschau

26. September 2017 | 09:38 Uhr

Sorgen im Hochhaus : Hürden vor dem Stadtbummel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bewohner im Hochhaus Feldschmiedekamp fürchten um barrierefreien Zugang zur Fußgängerzone – Holstein-Center plant bereits Abhilfe.

von
erstellt am 01.Jul.2017 | 07:00 Uhr

Aus dem 18. Stock im Hochhaus Feldschmiedekamp in die Fußgängerzone – Peter Mechler muss dafür einige Umwege in Kauf nehmen. Der
83-Jährige sitzt im Rollstuhl. Doch der Blick in die Zukunft bereitet ihm und seiner Frau Gudrun (72) Sorgen: Was ist, wenn Behrens & Haltermann sowie die Buchhandlung Heymann im September umziehen in die Breite Straße?

Mit deren Auszug würden die bisher genutzten Aufzüge im Ladenbereich vermutlich stillgelegt, vermutet das Ehepaar. „Der kürzeste Weg zur Innenstadt ist dann verbaut“, sagt Peter Mechler. „Dann müssen wir durch den Müllkeller raus.“ Der aber habe schwere Türen, ohne seine Frau gehe das nicht. „Hier sind viele alte Leute, und viele haben Schwierigkeiten damit“, sagt der 83-Jährige. Auch Marita Brunswik von der Gruppe „Lebendige Inklusion“ hat sich mit diesem Thema schon mehrfach befasst und moniert das Fehlen automatischer Türöffner. Hinzu kommt – neu entfacht durch die Katastrophe in London – die Sorge, was im Brandfall im Hochhaus geschieht. „Dann bin ich ganz aufgeschmissen“, sagt Peter Mechler. In der Wohnung gebe es nicht einmal mehr Rauchmelder.

Es sei ein Architekt beauftragt, um das System auf elektronische Melder umzustellen, sagt Kerstin Hinrichs von der zuständigen Firma Adler Wohnen. Einen Brand wie in London schließt sie aus: „Wir haben keine Dämmung an der Außenfassade“. Und der Brandschutz werde regelmäßig überprüft: „Wenn irgendetwas nicht stimmt, wird das sofort dem Bauamt gemeldet.“

Die Klage über die Barrieren kann Kerstin Hinrichs nicht nachvollziehen: Wer einziehe, kenne die Umstände. Das Ehepaar Mechler wohnt seit 1974 im Feldschmiedekamp, seit einem Schlaganfall 1990 ist Peter Mechler linksseitig gelähmt. Die Kellertüren müssten aus Stahl sein, seien aber tagsüber immer geöffnet, sagt die Verwalterin. Der bequemere Weg über das Holstein-Center sei nur durch die Absprache mit den Eigentümern möglich. „Wenn der neue Eigentümer sagt: ‚Ich möchte das nicht‘, dann ist das so.“

Nicht, dass ein Verkauf in Sicht wäre, die Bemühungen laufen nach wie vor. Dennoch hat Centermanagerin Jacqueline-Corin Stendorf frohe Kunde für Hochhaus-Bewohner wie das Ehepaar Mechler: „Wir haben uns auch schon Gedanken darüber gemacht.“ Nach dem Abschied von B & H und der Buchhandlung Heymann werde es trotzdem einen barrierefreien Zugang in Richtung Fußgängerzone geben. Eine Begehung hat gerade ergeben, dass die Wege zu den benötigten Fahrstühlen offen bleiben sollen, voraussichtlich mit leichten Wänden getrennt von den leeren Ladenflächen. Die Centermanagerin: „Das ist in Planung und wird dann auch zeitnah hergestellt.“

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