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Norddeutsche Rundschau

14. Dezember 2017 | 19:56 Uhr

WOA 2015 : Hündin Majas ungeplante Wacken-Reise

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Hündin war beim Heavy-Metal-Festival dabei: Fans hatten die ausgesetzte Australian-Shepherd-Mix-Dame gefunden und mitgenommen.

shz.de von
erstellt am 17.Aug.2015 | 16:30 Uhr

Wenn Maja sprechen könnte hätte sie sicherlich viel zu erzählen. Die etwa siebenjährige Hündin hat eine lange Reise hinter sich: von einem Rastplatz über das Wacken Open Air Festival bis ins Itzehoer Tierheim. Wer sie ausgesetzt hat ist unklar.

Ihre Besitzer ließen die Hündin an der Autobahn auf dem Parkplatz Steinburg zurück – angebunden im Gebüsch. Eine Gruppe Metal-Fans, die auf dem Weg nach Wacken auf dem Parkplatz eine Pause einlegte, wurde durch das Gewinsel aufmerksam. Die Fans kümmerten sich um das Tier und nahmen es kurzerhand mit nach Wacken aufs Camping-Gelände, von wo aus sie das Tierheim informierten. „Dort musste der Hund erst gesucht werden“, erinnert sich Tierheimleiterin Claudia Danckers. Das war am 27. Juli.

Vermittelt Katzenkinder: Tierheimleiterin Claudia Danckers.
Vermittelt Katzenkinder: Tierheimleiterin Claudia Danckers. Foto: Ruff
 

Mittlerweile freut sich Maja sichtlich, wenn Tierheimmitarbeiterin Karin Bublies sie für ein Foto nach draußen holt. Aufgeregt und herzlich wirkt die Hündin. Doch Claudia Danckers sagt: „Sie leidet. Durch das Aussetzen hat sie ihr Zuhause verloren.“ Und Petra Wermke vom Tierschutzverein ergänzt: „Das ist etwas, was ich nicht verstehen kann.“

Danckers glaubt nicht, dass die Ferien der Grund für Majas Schicksal sind. „Ich denke, das ist keine Urlaubsabgabe“, sagt sie. Wenn das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier gar nicht mehr geht empfiehlt sie: „Man kann im Tierheim anrufen und fragen, ob wir ein Abgabe-Tier aufnehmen können.“

Auch wenn die Tierheimleiterin weiß, dass sie bei einer solchen Anfrage schon aus Platzgründen oft nur absagen kann, rät sie zu dieser Lösung. Denn sie könne beraten und Kontakte zu anderen Tierheimen mit größeren Kapazitäten herstellen. Auch bestehe die Möglichkeit, einen Steckbrief mit Foto abzugeben. Der werde dann über soziale Netzwerke im Internet und auf der Homepage des Tierheims veröffentlicht.

Doch Danckers appelliert zunächst an das Verantwortungsbewusstsein: Wer ein Haustier zu sich nimmt, sollte sich ihrer Ansicht nach zuvor unbedingt über die Punkte Zeit, Geld und Urlaub klar werden.

„Wir hatten letztes Jahr im August/September 120 Katzen gleichzeitig hier. Jetzt sind es 57. Das ist vermutlich nur die Ruhe vor dem Sturm“, sagt Danckers. Auch die Hundeboxen sind gut belegt, neun Tiere wohnen dort und warten darauf, vermittelt zu werden.

Wohin mit dem Haustier in der Ferienzeit? Nicht immer muss es die endgültige Trennung sein, wie im Fall von Hündin Maja. Meist geht es für Tierbesitzer darum, ein paar Tage oder Wochen zu überbrücken. Doch Haustierbesitzer im Raum Itzehoe, die ohne Tier verreisen wollen, stehen vor einem Dilemma: „Das Problem ist, dass es hier nicht wirklich viele Tierpensionen gibt“, sagt Tierheimleiterin Claudia Danckers. Eine Internetsuche ergibt: Die bestehenden Hundepensionen sind in einem Umkreis von 11 bis 20 Kilometer rund um die Störstadt verteilt. Wer einen Stubentiger unterbringen möchte, hat es besonders schwer. Weil das Angebot an Katzenpensionen rar ist, rät Danckers, sich zur Not im Raum Hamburg umzuschauen und die Katze dort abzugeben. Tipps für die Beurteilung der verschiedenen Tierpensionen stellt der Deutsche Tierschutzbund bereit. Sie können im Internet auf der Seite http://www.tierschutzbund.de/urlaubs-hilfe.html abgerufen werden. Der Tierschutzbund rät, sich die Pension rechtzeitig vor dem Urlaub genau anzusehen und auch die Pflegeverträge sorgfältig zu studieren:  Ein Tagessatz von mehr als 20 Euro für einen kleinen Hund, 25 Euro für einen großen Hund oder mehr als 15 Euro für eine Katze sei nicht  gerechtfertigt. Der Deutsche Tierschutzbund hat außerdem von  Montag bis Donnerstag, 9 Uhr bis 17 Uhr und Freitag von 10 Uhr bis 16 Uhr ein Urlaubs-Beratungstelefon (0228/60496-27) eingerichtet. Vor Ort vermittelt Elke Weber Kontakte zur Urlaubsbetreuung im Rahmen der Aktion „Nimmst du mein Tier, nehm’ ich dein Tier“:  04124/5110.
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