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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 09:18 Uhr

Hotels für Fledermäuse

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Projekt an der Gemeinschaftsschule: Im Wahlpflichtkurs Wald bauen Schüler Kästen für die geschützten Tiere

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2014 | 13:55 Uhr

Fledermäuse bekommen in der Gemeinschaftsschule ein neues Zuhause. Lukas (16), Domenique (18), Jannek (16) und die anderen Schüler bauen im perfekt ausgestatteten Technikraum der Schule Fledermauskästen. Darin sollen die nachtaktiven Tiere tagsüber „sicher, trocken und warm“ schlafen können. Die 16 Schüler besuchen den Wahlpflichtunterricht „Wald“ von Stephanie Geschke. Unterrichtsziel: Die Lebensbedingungen der Fledermäuse verbessern – schon seit 1936 stehen sie unter Naturschutz.

Fachliche Hilfestellung bekommen die Schüler von ihrer Lehrerin und heute auch von dem Burger Fledermausexperten Karl-Friedrich Thiessen. Er hat den Prototyp des Kastens angefertigt und all die Bauteile zugeschnitten, die nun von den sechs Mädchen und zwölf Jungen bearbeitet werden. Der Spalt am unteren Ende des Kastens darf nicht zu weit sein, 22 Millimeter reichen aus. Die Fledermäuse haben sonst Angst, dass Eule, Kauz, Eichhörnchen, Katze oder Marder sie im Schlaf überraschen, erläutert der Experte.

Gar nicht so einfach finden Lea (16), Celine (17) und Jana (15) die Arbeit mit der Säge. Das Lärchenholz muss auf den Innenseiten des Kastens regelmäßige Rillen bekommen, eine Art Leiter für die Fledermäuse zum Reinklettern und Festhalten.

Hannes (17) ist schon fast fertig mit seinem Kasten. Er kennt sich aus mit Holz. „Ich habe schon mal einen Kaninchenstall gebaut“, erzählt er. Am Werktisch nebenan setzen Marike (15), Laura (17) und Alina (15) auf Teamarbeit. Sie lassen die anstrengende Sägerei von den Jungen erledigen und übernehmen dafür das sorgfältige Feilen und Schleifen der Werkstücke. Ihr Motto: „Mädchen können besser feilen.“ Die Feinarbeit ist wichtig, damit die empfindlichen Flughäute der Fledermäuse beim Reinklettern in den Kasten nicht verletzt werden.

Experte Thiessen ist begeistert vom Einsatz der Schüler. „Super, dass die Jugendlichen sich so reinknien. Sie sind so vertieft in ihre Arbeit, dass sie sogar die Pausenklingel überhören“, hat er festgestellt.

Vor den Sommerferien haben die Schüler mit dem Fledermausexperten und ihrer Lehrerin schon eine nächtlichen Führung durch das Paradiestal unternommen und Fledermäuse beobachtet. Dabei kamen auch die neuen Detektoren zum Einsatz. Dank einer Spende der Bayer-Stiftung für das Fledermaus-Projekt über 3300 Euro konnte die Schule neun Detektoren anschaffen, mit denen man Fledermäuse orten kann. Im Frühjahr werden die 16 neuen Fledermauskästen der Schüler dann rund ums Schulgelände, am Waldrand und Teich aufgehängt. Außerdem soll noch eine Streuobstwiese angelegt werden, damit die Fledermäuse genug Nahrung finden. Wie nützlich die Zwergfledermaus oder der Große Abendsegler sind, bringt der Experte auf den Punkt: „Eine Fledermaus vertilgt 4000 Mücken in einer Nacht.“



>Tipp: Fledermaus-Vortrag von Karl-Friedrich Thiessen, 31. Oktober, 19 Uhr, Bökelnburghalle.

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