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Europawahl : Horsterin zieht ins Europaparlament

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach den Wahlen zum neuen Europaparlament: Ulrike Trebesius (AfD) erhält einen Sitz in Straßburg. Damit gibt es wieder eine Abgeordnete aus Steinburg. Grüne bezeichnen sie als Rechtspopulistin.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2014 | 05:37 Uhr

Die eurokritische Partei Alternative für Deutschland (AfD) zählt zu den Siegern der Europawahl: Im Bund erreichte die AfD 7,0 Prozent der abgegeben gültigen Stimmen, im Kreis Pinneberg sogar 7,1, im Kreis Steinburg hingegen lediglich 5,8. Damit ist sieben Kandidaten das gelungen, woran sie bei der Bundestagswahl im Herbst 2013 scheiterten: Sie ziehen ins Parlament ein – so auch die in Horst lebende Ulrike Trebesius. „Ich finde das großartig“, sagte die 44-jährige Mutter einer jugendlichen Tochter am Wahlabend. Die Angestellte eines mittelständischen Unternehmens in Elmshorn, das meteorologische Messinstrumente herstellt, wolle im EU-Parlament „natürlich auch als Schleswig-Holstein-Abgeordnete“ auftreten, sagte die Landessprecherin der AfD am Sonntagabend. Außer ihr gelang es zwei weiteren Politikern aus dem Norden, einen Platz im Plenum zu ergattern: dem EU-Abgeordneten Reimer Böge (CDU) und der Sozialdemokratin Ulrike Rodust. Ob die drei Politiker allerdings zusammenarbeiten werden, ist fraglich: Mit Böge und Rodust habe Trebesius „keine gute Basis“.

Trebesius wurde 1970 in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) geboren, erlebte im Alter von 19 Jahren den Zusammenbruch der DDR. Ihr sei klar gewesen, dass sie aus der Region weg wollte, sagte sie. Hamburg hätte es ihr angetan gehabt – und so kam sie in den Norden. Dort engagierte sie sich, als ihre Tochter noch jünger war, als Elternsprecherin – sowohl im Kindergarten als auch in der Grundschule.

Jahre später hatte es der engagierten Bauingenieurin das Thema Euro angetan. Und da sie eng mit dem Professor für Makroökonomie an der Universität Hamburg und AfD-Bundessprecher Bernd Lucke zusammengearbeitet hatte, war für sie während der Gründungsveranstaltung des Landesverbands in Schleswig-Holstein klar: Sie kandidiert um das Amt der Landessprecherin – und das erfolgreich. Seit dem 27. April vergangenen Jahres vertritt sie gemeinsam mit Jannis Andrae die eurokritische Partei nach außen. „Für mich war es logisch, mich zu engagieren und einen Landesverband aufzubauen“, sagte sie damals vor der vergangenen Bundestagswahl. Damals, im September vergangenen Jahres, wollte sie nämlich schon einmal in ein Parlament einziehen: in den Deutschen Bundestag. Doch da verpasste die AfD den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde.

Statt in Berlin wird sich Trebesius nun in Straßburg und in Brüssel engagieren. Ihren Schwerpunkt sieht sie vor allem bei der „Rückkehr zu unserer demokratischen Grundordnung“, wie die AfD-Politikerin sie derzeit in der EU nicht eingehalten sieht, sowie zu „demokratischen Bürgerrechten auch durch Volksentscheide“.

Kritik hagelte es dafür gestern von den Grünen: Es sei beschämend, dass mit Trebesius eine Rechtspopulistin ein Mandat im Plenum erzielt habe, sagte der Grünen-Fraktionsvize Rasmus Andresen. Er kündigte an: „Wir Grüne werden uns eine harte Sachauseinandersetzung mit Frau Trebesius liefern und ihr freiheitsfeindliches Gesellschaftsbild, das gegen Minderheiten hetzt, hart bekämpfen.“

 

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