Hopp, hopp!

Mit Schwung rüber: Lynn Viebrock und ihr Holländer japanerfarbig namens „Kai-Uwe“ im Parcours.
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Mit Schwung rüber: Lynn Viebrock und ihr Holländer japanerfarbig namens „Kai-Uwe“ im Parcours.

Hüpfende Kaninchen beim Sommerfest im Prinzeßhofpark

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02. Juli 2018, 05:00 Uhr

„Kai-Uwe“ macht gut mit. Lynn Viebrock begleitet ihn mit Schnalzlauten durch den Parcours – und der Holländer kommt meist gut über die Hindernisse. Besser als sonst, sagt seine 18-jährige Besitzerin aus Bremervörde. Der Rasen im Prinzeßhofpark sei es, „da merkt man schon den Unterschied“. Sonst finden Kaninhop-Turniere oft in der Halle auf Teppich statt, gestern sind die sportlichen Kaninchen eine Attraktion beim Sommerfest des Kreismuseums Prinzeßhof.

Mensch und Tier absolvieren gemeinsam den Parcours mit Hindernissen wie im Pferdesport – nur niedriger, natürlich. Mehrere Klassen von leicht bis schwer sind am Start, „aber das hat mit dem Gewicht nichts zu tun“, erklärt die Kielerin Rike Daetz, die das Turnier organisierte. Entscheidend für die Einteilung sind vielmehr die Fähigkeiten der Kaninchen. Manche räumen die Hindernisse lieber ab, anstatt rüberzuspringen, andere bleiben stehen. Das liege an der völlig neuen Umgebung, meint Daetz. Im Training seien die Tiere nicht so abgelenkt gewesen, sagt Museumsleiterin Miriam Hoffmann. „Da sind die fast allein über die Hindernisse gegangen.“ Die Zahl der Abwürfe und die Zeit, die gebraucht wurde, bestimmen über die Platzierung.

Die Reaktionen der Zuschauer rund um den Parcours erinnern ans Dackelrennen: Alle haben ein Dauerlächeln im Gesicht. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagt eine 81-Jährige. „Es ist niedlich anzuschauen“, findet der Itzehoer Oliver Thoms. Er ist da, weil seine Schwester Kaninchen hat: „Ich wollte mal sehen, wie die springen.“ Die Teilnahme am Workshop, den Rike Daetz anbietet, habe für seine Schwester leider zeitlich nicht gepasst.

„So viele Zuschauer habe ich lange nicht gesehen“, sagt Lynn Viebrock. Warum sie Kaninhop betreibt? „Weil es mir Spaß macht und den Tieren auch.“ Zudem treffe sie bei den Turnieren Freunde und alte Bekannte. Sechs Teilnehmer mit 28 Kaninchen sind es an diesem Tag. Recht wenig, was aber logisch ist: In Schleswig-Holstein gebe es Kaninhop bisher nur in Kiel, erzählt Gerrit Meyer. Der 40-Jährige aus Bremen ist im Prinzeßhofpark sowohl als Schiedsrichter als auch als Teilnehmer aktiv.

Rundherum läuft das Sommerfest mit Spielen für Kinder, Musik, Steinburger Tänzern sowie Kaffee und Kuchen in gewohnt gemütlicher Atmosphäre. Museumsleiterin Hoffmann ist sehr zufrieden: „Ich finde es ganz positiv, dass so viele Familien mit kleinen Kindern gekommen sind.“ Denn genau das war ihr Ziel: „Mir ist es sehr wichtig, dass auch die Jüngeren merken, dass ein Museum nicht nur verstaubt ist, sondern dass man da Spaß haben kann.“

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