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Glückstadt : Holzarbeit wird zu gelebter Integration

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Gemeinsames Projekt von Flüchtlingen und Tischlern der Glückstädter Werkstätten: Berliner Hocker für die Kita in der Landesunterkunft

Sie sind stolz auf ihre Berliner Hocker: Vier Flüchtlinge aus Afghanistan haben gemeinsam mit Mitarbeitern der Glückstädter Werkstätten gesägt, gebohrt und geschliffen. Die Hocker haben sie für den Kindergarten in der Flüchtlingsunterkunft gebaut. Die Idee dazu hatten Bruno Marschner vom DRK in der Landesunterkunft und Emanuel Gaenslen, der Chef der Glückstädter Werkstätten.

Und die Mitglieder der Partei Bündnis 90/Die Grünen stellten Spendengelder dafür bereit. „Die Kinder haben zu wenig Sitzgelegenheiten und fast nur Plastikstühle“, sagt Stadtvertreter Uwe Mertens von den Grünen. Die neuen Hocker seien vielseitig und stabil. Denn der Berliner Hocker ist Stuhl, Beistelltisch, Kindersessel, Bank und Sideboard in einem. Er kann aus nur einem 150 Zentimeter mal 30 Zentimeter großen Brett hergestellt werden, das in vier Teile gesägt und dann verschraubt wird. Die Hocker können einzeln genutzt oder kombiniert werden, etwa zum Regal oder Esstisch.

„Eigentlich waren zehn Hocker geplant, aber dann hat sich die Spende verdoppelt“, sagt Stadtvertreterin Birgit Steup. Die Werkstätten hätten zehn zusätzliche gespendet. „Die Arbeit an den Hockern war gelebte Inklusion und Integration.“ Zwei der mitarbeitenden Flüchtlinge sind geistig behindert. Ein anderer ist gelernter Tischler und hat auch als Übersetzer fungiert. Allerdings nur vom Englischen ins Persische.

Auch bei der Übergabe hat er übersetzt. Als Christine von Bargen, Kreissprecherin der Grünen, allen für ihre Mitarbeit dankte, wiederholte Bruno Marschner, Projektleiter der KiTa, für den Afghanen das Gesagte ins Englische, der wiederum für die anderen Flüchtlingen auf Persisch.

„Wenn gerade niemand zum Übersetzen da ist, funktioniert das auch ganz gut mit Händen und Füßen“, meint Olaf Nissen, Leiter der Tischlerei der Glückstädter Werkstätten lächelnd. „Die Vier haben genau hingesehen, wenn wir gearbeitet haben, damit sie das nachmachen können.“ Das sei auch wichtig für den Arbeitsablauf gewesen. Hand in Hand wurde gewerkelt, um die Möbelstücke zu bauen. Einer der Afghanen hat die Ecken der Holzbretter abgeschliffen, sodass sie rund sind und sich niemand daran verletzen kann. Eine Mitarbeiterin der Werkstätten hat kontrolliert und nachgebessert. Die Zusammenarbeit sei super gewesen. „Ich würde bei so einem Projekt sofort wieder mitmachen“, betont Nissen.

Die fertigen Berliner Hocker wurden schließlich in die Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Marinekaserne gebracht und da in dem roten Kindergarten-Container aufgestellt. „Dort können die Kinder die Stühle dann selber gestalten, etwa mit Fingerfarben“, fügt Christine von Bargen hinzu.

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