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Norddeutsche Rundschau

13. Dezember 2017 | 16:37 Uhr

Glückstadt : Hoher Schaden durch Schmierereien

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Unbekannte besprühen Stadtkirche, Pastorat, Geschäfte und Fahrzeuge mit Farbe. Die Polizei sucht dringend Zeugen.

von
erstellt am 29.Dez.2016 | 05:00 Uhr

Pastor Thomas-Christian Schröder ist entsetzt. „Die Schmierereien an der Kirche sind sehr ärgerlich. Niederträchtig.“ Unbekannte haben die Kirchentür mit silberner Farbe besprüht. An seiner eigenen Pastoratstür vom steht „Anti Christ“ und an seinem Auto sind die Scheiben mit den Initialen „PWS“ besprüht worden. Zudem gab es zahlreiche weitere Taten in der Innenstadt.

Am schwerwiegendsten für den Pastor ist die Kirchentür. „Das kann ein richtig großes Ding werden“, sagt er zu den Kosten. Sie könnten in einem hohen vierstelligen Bereich liegen. Denn die Kirchentür unterliegt dem Denkmalschutz, sie kann nicht einfach übermalt werden. Zunächst muss eine Sachverständige des Kirchenkreises kommen und die Tür begutachten. „Wir können nicht einfach mal so Farbe kaufen.“ Dann wird eine Restauratorin aus Kiel beurteilen, wie die Tür neu gestrichen werden kann. Die Farbe selbst ist eine Spezialmischung. Das alles werde dauern.

Schröder geht davon aus, dass es junge Männer waren, die sich in Glückstadt auskennen. Diese wurden am Dienstagabend gegen 20.30 Uhr in der Nähe des Bahnhofes gesehen, als sie Farbdosen sauber machten. „Sie trugen Kapuzenjacken.“ Dies habe ihm ein Besuche berichtet. Dieser habe aber keine weiteren Angaben zu den „paar Gestalten“ geben können.

Von seinem Kantor Florian Hanssen weiß er, dass dieser die Schmierereien an der Stadtkirche schon früher – so gegen 20 Uhr – gesehen hat. „Die Polizei hofft jetzt auf weitere Passanten, die die Sprayer gesehen haben könnten“, sagt Schröder. Sein Schaden am Auto beziffert er mit rund 1000 Euro, auch ein anderes Auto nebenan wurde besprüht. Und da es die weiteren Taten gab, geht er nicht davon aus, dass die Sprayer persönlich etwas gegen ihn haben.

Die Serie der dreisten Sachbeschädigungen war gestern das Thema bei vielen Glückstädtern. Dreist deshalb, weil der oder die unbekannten Täter wahrscheinlich zwischen 20 und 22 Uhr offenbar fast unbemerkt in der Innenstadt diverse Hauswände, Schaufensterscheiben, Autos, Rollläden, einen historischen Waggon am Bahnhof und eben die Stadtkirche mit Graffiti besprühen konnten. „Zeugen, die diese Machenschaften beobachtet haben, sollten sich bei der Polizei melden“, sagt Polizeipressesprecherin Merle Neufeld gegenüber unserer Zeitung. Sie spricht von „hässlichen Kritzeleien und Buchstaben“.

Nach Angaben der Polizei waren in der Fußgängerzone die Firmen Kik und Elektro-Meiners sowie der Otto-Shop und das frühere Reisebüro Rix betroffen. In der Königstraße traf es den Grill-Imbiss „Nordsee-Snack“. Die Sprayer zogen dann offensichtlich über Am Wall und Am Güterbahnhof in Richtung Edeka-Neukauf und sprühten ihre drei Buchstaben PWS vorher noch gegen die Fassade der Tagesklinik und des Bahnhof-Kioskes. Die Schmierereien enden dann am Verbrauchermarkt von Jens Schönbeck und dem gegenüberliegenden Wohnhaus. Dort, wo nur Schaufensterscheiben besprüht wurden, konnten die Betroffenen gestern die Farbe mit etwas Mühe wieder abwaschen. An den Hauswänden wird dies nicht so schnell gehen. Entsprechend hoch dürfte der angerichtete Sachschaden ausfallen.


> Hinweise an die Polizei unter 04124-3011-0

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