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Grossartiges Erlebnis : Hohen Wellen und Kälte getrotzt

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Zwei Wewelsflether nehmen an einer der schwierigen Hochseeregatta Rolex Sydney Hobart Yacht Race teil. Begeistert kehren sie zurück – und danken dem Beidenflether Seglerverein für die gute Ausbildung, der sie ihr Abenteuer verdanken.

„Wir wollten alle einmal dieses sagenumwobene Rennen segeln, dass das jetzt geklappt hat ist toll.“ Wenn der Wewelsflether Finn Daase von einer der außergewöhnlichsten Regatten, an der er gemeinsam mit seinem Bruder Tim teilgenommen hat, erzählt, gerät er ins Schwärmen. Immer am 2. Weihnachtsfeiertag starten seit 1945 schnittige Segelyachten vor Australien zu einer der schwierigsten Hochseeregatten weltweit. Über 90 Boote gingen bei der jüngsten, mittlerweile 69. Rolex Sydney Hobart Yacht Race an den Start, um die 1163 Kilometer möglichst schnell zurückzulegen. Die Distanz von 628 Seemeilen zwischen Sydney (New South Wales) und Hobart (Tasmanien) ist geprägt von schwerer See mit Sturmböen, hohen Wellen und starken Temperaturschwankungen. Die wohl ungemütlichste Strecke ist nach der Querung der Tasmanischen See die Bass Strait. In der Meerenge zwischen dem australischen Festland und Tasmanien herrschen tückische Wind- und Strömungsbedingungen, die die Navigation erschweren.

Dass sie die Möglichkeit hatten, dabei auf der Varuna von Jens Kellinghusen (Hamburg) mitzusegeln, begeistert auch Wochen danach noch Finn und Tim Daase ebenso wie Jonas und David Blass aus Krempe, die mit an Bord waren. „Wohl der Höhepunkt unserer Seglerkarriere“, so Finn Daase. Die vier Männer sind schon länger mit Schiffseigner Kellinghusen bekannt und segelten bereits einige Regatten mit ihm. Im Jahr 2012 hatte sich der Eigner in Kiel ein neues Schiff bauen lassen. Nach nur fünf Monaten Bauzeit wurde im Mai die neue Varuna, Typ Ker 50, getauft. Die Yacht mit ihrem 15,50 Meter langen Rumpf aus Kohlefaser und Nomex-Waben im Kern, ist auf Höchstgeschwindigkeit ausgelegt. Mit einem Gesamtgewicht von 6,6 Tonnen eher ein Leichtgewicht, das durch die Varuna-typische flint black metallic Lackierung in matt noch gemindert wurde. Gleich im ersten Jahr fuhr die Verona erfolgreich bei Regatten in Europa. In 2013 ging es zu Rennen in die Karibik, Los Angeles, Hawaii und von dort nach Australien.

Tim Daase (34 Jahre) ist der Boatcaptain und betreut die Varuna auch zwischen den Wettfahrten, während sein Bruder Finn (31) Lehrer an einer Gemeinschaftsschule ist. Jonas Blass arbeitet als Wirtschaftsingenieur und David Blass (beide 26) als Maschinenbauer. Die Vier kennen sich aus ihren gemeinsamen Segelanfängen, die sie in der Jugendgruppe vom Beidenflether Seglerverein hatten. „Wir danken den Jugendobleuten für die Ausbildung und dem Verein für das Engagement“, sagt Finn Daase im Namen der vier jungen Männer. „Wir können bei unserem Hobby um die Welt reisen – ohne das Training im Verein wäre das nicht möglich.“

Beim ersten Sydney-Hobart-Rennen benötigte das Siegerschiff über sechs Tage, 2012 stellte die Wild Oats XI von Robert Oatley den Rekord von einem Tag und knapp 19 Stunden auf. Finn und Tim Dase, David und Jonas Blass und die restliche Crew mussten Starkwind, Flauten und Bootsgeschwindigkeiten von zirka 20 Knoten bearbeiten. Windgeschwindigkeiten bis zu 45 Knoten, hoher Wellengang und niedrige Temperaturen erforderten für 14 Stunden ohne Pause alle Mann an Deck. Die Varuna machte das Rennen in zwei Tagen, 19 Stunden, 30 Minuten und einer Sekunde, belegt den 10. Platz nach gesegelter Zeit. Knapp 13,50 Stunden zuvor war die Wild Oats XI als schnellstes Schiff durchs Ziel gegangen. In ihrer Bootsklasse gerechnet siegte die Varuna.


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