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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 15:37 Uhr

Expansion : Hohe Ziele mit großen Batterien

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Firma Liacon mit Hightech-Speichersystemen erfolgreich: Im Sommer zieht sie auf das frühere Prinovis-Gelände.

von
erstellt am 21.Mär.2016 | 05:00 Uhr

„Wir müssen die Kapazität sehr bald erhöhen.“ Es ist ein Jahr her, dass Geschäftsführer Volker Kölln diesen Satz über die Firma Liacon gesagt hat. Er hat Recht behalten: In einigen Monaten zieht das Unternehmen um, das Energiespeicher herstellt. Der neue Vermieter ist das China Logistic Center (CLC) auf dem Gelände der ehemaligen Prinovis-Druckerei.

Liacon hieß früher Dispatch Energy, der neue Name dokumentierte einen „harten Schnitt“, wie es vor einem Jahr hieß: weg von den Batterien für Endverbraucher, hin zu Angeboten für die Energiebranche und die Industrie. „Wir haben kein Produkt, wir haben eine Lösung“, sagt Olaf Bockholt, Leiter der Unternehmensentwicklung. Denn jedes Mal gehe es um die Entwicklung eines individuell passenden Speichers.

Die Arbeit für Energieversorger und Netzbetreiber ist deshalb das eine Standbein, wichtig sei dabei unter anderem die Stabilisierung der Netze. „Da stoßen wir auf sehr viele offene Ohren, der Markt ist in Bewegung“, sagt Bockholt. Auch wenn Liacon nicht immer zum Zug komme, sei es wichtig, bekannter zu werden, zumal es nicht mehr viele Hersteller von Speicherzellen in Deutschland gebe. Die klassischen Lithium-Ionen-Batterien seien zu teuer für die Energiewirtschaft, das Itzehoer Unternehmen könne aber mit seiner speziellen Zellchemie eine Nische nutzen. Diese macht die Speicher zwar etwas größer und teurer, auf der anderen Seite seien sie sehr sicher, schnell be- und entladbar und sehr belastbar, zudem müsse für die gleiche Leistung weniger Kapazität verbaut werden – und diese sei das, was bezahlt werde. „Wir hätten keinen Erfolg am Markt, wenn wir dasselbe machten wie die Hersteller in Asien“, betont Bockholt.

Fortschritte gibt es auch beim zweiten Standbein, den Industriekunden. Da sie beim Strom für die Leistungsspitzen zahlten, sei es für sie interessant, mit Batterien die Spitzen abzuschneiden und in die Täler zu legen: „Die Gespräche sind einfacher, als wir dachten.“ Ein anderes Beispiel sind eine Reihe von Projekten in der Medizintechnik für noch schnellere Be- und Entladung.

Seit dem Sommer laufen diverse Aufträge – es dauere eben, weil es ebenso komplex wie innovativ und individuell sei, sagt Bockholt. Jetzt steht die Auslieferung der ersten Speichersysteme bevor. Batterien mit einer Kapazität von insgesamt sechs Megawattstunden könnten am Noch-Standort im Innovationsraum produziert werden – „zwingend notwendig“ ist nach Bockholts Worten die Vergrößerung, „der Markt gibt deutlich mehr her“.

Für den neuen Sitz wurde auch Richtung Hamburg geschaut: „Es bestand die Gefahr, dass dieses Hightech-Unternehmen aus Itzehoe abwandert“, sagte CLC-Geschäftsführer Carsten Tietje beim Logistikforum der Egeb-Wirtschaftsförderung. Das tat es nicht, sondern mietete rund 7000 Quadratmeter bei der CLC an. Dort gebe es genug Raum für die größere Produktion, aber auch Forschung und Entwicklung, „ein ganz wichtiger Treiber für die Zukunft“, so Bockholt. „Den technologischen Vorsprung müssen wir weiter halten.“ Im Sommer ist der Umzug geplant, die Produktion soll verdoppelt werden. Bei den Mitarbeitern, aktuell knapp 20, sei ein Zuwachs auf 50 bis 60 möglich, wenn auch nicht alle in Itzehoe: Schon jetzt sind Außendienstler für Liacon unterwegs. Denn viele Branchen sind interessant: „Wir schauen uns alles an, was stromintensiv ist.“

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