Hohe Schilder für niedriges Tempo

Ein Schild als Bauwerk: Bürgermeister Andreas Koeppen beobachtet den Einsatz der Bauhof-Mitarbeiter.
Ein Schild als Bauwerk: Bürgermeister Andreas Koeppen beobachtet den Einsatz der Bauhof-Mitarbeiter.

30 Kilometer pro Stunde gelten jetzt vor einigen Schulen

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19. März 2019, 13:35 Uhr

Es braucht einen Laster mit Kran und fünf Männer vom Bauhof. Denn diese Schilder haben es in sich. Zehn Stück sind in der Stadt aufgestellt worden und ordnen im Bereich von Schulen an: Hier gilt Tempo 30.

  Die Beschlüsse dafür stammen aus dem vergangenen Oktober. Die lange Wartezeit bis zur Umsetzung begründet Stadtsprecher Björn Dethlefs so: Für die auf bestimmte Strecken begrenzten Tempolimits hätten die Schilder erst hergestellt werden müssen – und dieser Auftrag musste ausgeschrieben werden.

  Damit nicht genug: „Wir mussten erst eine Tiefbaufirma finden“, sagt Bürgermeister Andreas Koeppen, während er die Aufstellung des letzten Schildes in der Bergstraße am Amtsgericht – und damit in der Nähe von Haus 2 der Auguste-Viktoria-Schule – beobachtet. Das übernimmt der Bauhof, doch die Vor- und Nacharbeiten habe dieser nicht allein erledigen dürfen. Wegen der großen Windlast brauchen die Schilder ein starkes Fundament, daher die Suche nach einer Firma. „Das ist dieser Tage ein Kunststück“, so Koeppen. „Deshalb hat es einen Augenblick gedauert.“

  Gefährdung im Straßenverkehr reduzieren, dem Bürgerwillen nachkommen – das waren im Herbst die Argumente für die neuen Regelungen. Auslöser waren dabei vor allem die Diskussion um die Tempobegrenzung vor dem Haus der Jugend in der Adolf-Rohde-Straße sowie der Wunsch der Anwohner im Bereich Lehmwohldstraße nach einem Limit. Die Politik hatte das aufgegriffen, auch für Bereiche vor Schulen. Die Stadt beriet sich mit dem Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr sowie der Polizei, die letztlich ihre Zustimmung zu den Plänen geben musste. Und das kam im Einzelnen heraus:

adolf-Rohde-Strasse

Generell Tempo 30 auf der gesamten Länge lehnt die Polizei ab, es handele sich um eine „Sammelstraße ohne konkrete Gefahrenlage“, so die schriftliche Zusammenfassung nach der Abstimmung mit der Stadt. Die Tempo-30-Zone vor dem Haus der Jugend bleibt, damit auch die Rechts-vor-links-Regelung an der Kreuzung der Adolf-Rohde- mit Poel- und Gorch-Fock-Straße. Künftig wird sie auch an der Kreuzung mit der Wilhelmstraße gelten, denn die 30-Zone soll ausgeweitet werden.

Am Lehmwohld

Der Bereich mit Tempo 30 wird auf je 150 Meter vor den Schulzufahrten vergrößert. Eine weitere Beschränkung gibt es nicht mit derselben Begründung wie in der Adolf-Rohde-Straße: Sammelstraße ohne konkrete Gefahr, kein Unfallschwerpunkt.

Drei Schulen

Neue Schilder, die für eine kurze Strecke Tempo 30 anordnen, stehen auch in der Fehrsstraße vor der Fehrs-Schule und in der De-Vos-Straße vor der Grundschule Wellenkamp. Die Basis dafür ist jeweils der Schulwegerlass. Dasselbe gilt für Hauptgebäude sowie Haus 2 der Auguste-Viktoria-Schule und damit für die Große Paaschburg von Ritter- bis Kaiserstraße sowie die Bergstraße.

Jahnstrasse

Seit Dezember stehen in der Jahnstraße Tempo-30-Schilder für eine rund 400 Meter lange Strecke am Spielplatz entlang. Offizielle Begründung: schlechte Fahrbahn.

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