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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 16:12 Uhr

Hohe Erwartungen an Covestro

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die aus dem Bayer-Konzern ausgegliederte MaterialScience firmiert unter neuem Namen und hält an der geplanten 120-Millionen-Investition fest

von
erstellt am 05.Sep.2015 | 06:56 Uhr

Noch ist der Kamin grün gestrichen und trägt das Bayer-
Logo, auch am Tor 1 ist der Name des Leverkusener Konzerns noch nicht gegen Covestro ausgetauscht. So heißt Bayer MaterialScience seit Monatsbeginn. Das Unternehmen wird aus dem Bayer-Konzern ausgegliedert und noch in diesem Jahr eigenständig an die Börse gebracht. Hauptaktionär ist Bayer, der Börsengang stellt eine Kapitalerhöhung dar. Das Brunsbütteler Werk ist dann einer von weltweit acht Produktionsstandorten mit insgesamt 16  000 Mitarbeitern und einem Gesamtumsatz von 11,7 Milliarden Euro. In Brunsbüttel beschäftigt Covestro aktuell 571 Mitarbeiter plus 145 Auszubildende.

„Nu geiht dat los!“, frohlockte Werkleiter Klaus Gebauer gestern bei einem Empfang für geladene Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik. Der Sprung in die Selbstständigkeit eröffne dem Werk größere Perspektiven, gab er die Marschrichtung vor und erwähnte zugleich die zunächst größte geplante Investition im neuen Konzern: Den Umbau der Produktion in Brunsbüttel zu einem reinen Hersteller von MDI als Ausgangsstoff für harte Schaumstoffe, wie sie beispielsweise in Dämmungen Anwendung finden. Der Jahresausstoß soll von 200  000 auf 400  000 Tonnen verdoppelt werden. Geschätzte Investitionskosten: 120 Millionen Euro. Derzeit befinde sich das Vorhaben in der Prüfungsphase, in der die Zahlen möglichst exakt ermittelt werden, sagte Gebauer gegenüber unserer Zeitung. Dann werde der Vorstand über den Umbau entscheiden. Baubeginn könnte Anfang 2016 sein. Die Pläne liegen im Grunde in der Schublade, im Herbst 2013 trat Bayer auf die Bremse, verschob das Projekt. Vor einem Jahr wurden die Ausgliederungspläne bekannt. Gebauer: „Das versetzt uns in die Lage, unsere Stärken noch besser auszuspielen.“

Der Belegschaft wurde zugesichert, dass die Ausgliederung keine negativen Auswirkungen haben solle. Die geltende Vereinbarung über einen besonderen Kündigungsschutz bis 2020 gilt weiterhin, und auch die Pensionskasse ist nicht vom geplanten Börsengang betroffen.

An die Bedeutung des Unternehmens für die Region, das trotz neuen Namens bereits 42 Jahre in Brunsbüttel ansässig ist, erinnerte stellvertretende Kreispräsidentin Veronika Kolb. Bayer sei in Dithmarschen ein Markenzeichen gewesen und letztlich auch der Türöffner für weitere Ansiedlungen im Industriegebiet. „An diesem Unternehmen hängen viele Arbeitsplätze und Erwartungen“, sagt sie. Die wichtigste Botschaft nach der Ausgliederung laute aber: „Covestro bleibt Brunsbüttel treu.“ Das stimme zuversichtlich.

„Hier beginnt etwas Neues, wir bauen darauf, dass das Zukunft hat“, erklärte Frank Schnabel, Sprecher der Werkleiterrunde im ChemCoast Park. Der Erfolg des landesweit größten Industriegebiets sei eng verknüpft mit dem Erfolg von Covestro.

Das Unternehmen, so Klaus Gebauer, werde weiter daran arbeiten, neue Firmen nach Brunsbüttel zu holen. Mit der geplanten Ansiedlung der Norderstedter Schülke & Mayr, die für 20 Millionen Euro in unmittelbarer Nachbarschaft zu Covestro ein Werk errichten wollen, sei ein Anfang gemacht.

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