zur Navigation springen

Psychiatrisches Centrum Vitanas : Hoffen auf neuen Arbeitgeber

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Eingliederungshilfe des Psychiatrisches Centrums an der Grillchaussee soll verkauft werden. Die Beschäftigten setzen auf einen künftigen Investor.

shz.de von
erstellt am 14.Jun.2017 | 05:00 Uhr

Die Mitarbeiter der Eingliederungshilfe im Psychiatrischen Centrum Vitanas blicken positiv in die Zukunft. Und zwar trotz der Aussicht, dass der Integrationsbereich der Einrichtung an einen anderen Träger verkauft werden soll. Die Mitarbeiter hoffen daraus, dass der neue Standort Glückstadt ist. Das betonten Leiter Wolfgang Ahrens sowie Mitarbeiter und Vertreter des Bewohnerbeirats gegenüber unserer Zeitung. Bereits vor drei Jahren – damals noch von Vitanas – gab es den Plan, auf dem Kasernengelände in Glückstadt neu zu bauen (wir berichteten). Diese Überlegungen wurden aber nicht weiter verfolgt.

Wie zuletzt berichtet, plant der US-Finanzinvestor Oaktree, Unternehmenszweige von Vitanas zu kaufen. Dazu zählt auch das Psychiatrische Centrum in der Engelbrechtschen Wildnis. Parallel dazu ist geplant, den Bereich der Eingliederungshilfe mit 110 Plätzen und 70 Mitarbeitern an einen anderen Träger zu veräußern. Dieser müsste dann an einem neuen Standort entsprechende Räume bereitstellen. Das ist die Hoffnung der Mitarbeiter des Integrationsbereichs: Sie könnten dann in einem Gebäude nach heutigem, modernen Standard arbeiten.

Ein Grund für den Verkauf der Eingliederungshilfe ist, dass der neue Investor den Bereich der Pflege deutlich ausbauen will. Zurzeit gibt es 110 Plätze und 100 Mitarbeiter, angestrebt sind 205 Plätze. Deshalb soll der Integrationsbereich weichen. „Wir freuen uns auf einen neuen Träger“, betonte Anna Schlör aus dem Wohnbereich. Seit sechs Jahren warte sie auf diese Entscheidung. „Für die Bewohner ist es dann besser. Zurzeit leben sie hier teilweise in Doppelzimmern.“ Deutlich wurde, dass alle Mitarbeiter davon ausgehen, übernommen zu werden und damit ihre Arbeitsstellen behalten. Denn, auch darin waren sich alle einig, gute Fachkräfte sind nicht so leicht zu bekommen. Zurzeit werden am jetzigen Standort dringend sechs Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen wie Ergotherapie oder Erziehung gesucht.

Ein neuer Träger steht zwar noch nicht fest, für Mitarbeiter und Bewohner ist der Wunschort für ihre Einrichtung jedoch klar – sie wollen nach Glückstadt. Das hat mehrere Gründe: Diejenigen, die betreut werden, wollen nicht weg. Außerdem wohnen einige von ihnen mittlerweile selbstständig in Glückstadt oder arbeiten in der Elbestadt im so genannten „Glückwerk“, welches zu den Glückstädter Werkstätten gehört. „Für die Bewohner ist es hier eine Heimat, es ist ihnen vertraut“, sagt Einrichtungsleiter Wolfgang Ahrens. Vertreter des Bewohnerbeirats machten deutlich, dass die Patienten in der Nähe bleiben wollen. „Die Angst geht um, dass das Heim komplett geschlossen wird“, sagte Brigitte Stehr. Die Bewohner hätten die Befürchtung „auf der Straße zu sitzen“. Susanne Schaal erklärte: „Es ist unser Zuhause geworden.“ Sie wünsche sich im Verfahren jedoch mehr Transparenz.

Siegfried Nagel wiederum setzt sein volles Vertrauen auf die zuständigen Ämter. „Ich mache mir keine Sorgen.“ Ihn würde vielmehr der Zeitplan des Verkaufs interessieren. Aber dazu konnte ihm Wolfgang Ahrens noch nichts Näheres sagen.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen