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Hilfsorganisation : Hoelp: Teilen ist oberstes Prinzip

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit elf Jahren wird Bedürftigen an fünf Dithmarscher Standorten geholfen. Das wird in Brunsbüttel gefeiert. Vermehrt sind Flüchtlinge Kunden in Tafeln und Sozialkaufhäusern.

Fünf Buchstaben stehen für eine Organisation, die über Arbeitsmangel nicht klagen kann: Hoelp. Gestern feierte die vor elf Jahren gemeinsam von Arbeiterwohlfahrt und Diakonischem Werk Dithmarschen auf die Beine gestellte Einrichtung an ihrem Standort in Brunsbüttel Geburtstag. Fürs Zehnjährige habe 2013 schlicht die Zeit gefehlt, so Geschäftsführer Martin Meers. Doch gestern war ein passendes Datum für die kleine Jubiläumsfeier in den erst im Juli eröffneten Räumen an der Gaußstraße: Es war Martinstag. Denn der Heilige St. Martin ist ein Symbol fürs Teilen. Genau das wird bei Hoelp intensiv praktiziert. Geschäfte und Landwirte, die Lebensmittel über haben, spenden diese für die Tafeln in Meldorf, Marne und Brunsbüttel. Und wer Kleidung, Möbel oder Hausrat aussortiert, kann damit die Sozialkaufhäuser in Heide, St. Michaelisdonn und Brunsbüttel unterstützen.

Damit habe sich Hoelp zu einem der wichtigsten Partner der Kreisverwaltung entwickelt, erklärte Landrat Dr. Jörn Klimant. Die Organisation fülle Lücken im sozialen System schnell und unbürokratisch. „Die Arbeit wird nicht weniger“, erkannte der Landrat mit Blick auf steigende Flüchtlingsströme auch nach Dithmarschen. Um diesen Menschen noch besser helfen zu können, war gestern der Einkauf im Sozialkaufhaus für alle erlaubt. Denn die Einnahmen gehen an die Migrationsförderung des Diakonischen Werks.

In diese Kerbe schlug Brunsbüttels Bürgermeister Stefan Mohrdieck. Er appellierte an die Bevölkerung, mit Sachspenden nicht nachzulassen. In der Tat kämen Viele, die nicht einmal mit einem Koffer ihre Heimat fluchtartig verlassen hätten, sagte Meers gegenüber unserer Zeitung. Sie bekommen bei Hoelp Kleidung und eine Erstausstattung von der Tasse bis zum Schrank.

Hoelp – der Name setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben von Hilfe, Orientierung, Eingliederung, Lernen, Praxis – leiste auf einem anderen Sektor nicht minder wichtige Arbeit, betonte Alfred Schuschel vom Jobcenter Dithmarschern, seit Anbeginn Partner von Hoelp. Denn es werden nebenher auch Menschen für den Arbeitsmarkt fit gemacht. Mehr als 2900 Teilnehmer haben Hoelp durchlaufen, jeder Zehnte habe zurück in den ersten Arbeitsmarkt gefunden. Seit 2011 ist die Einrichtung als Weiterbildungsträger zertifiziert. Aktuell sind 100 Menschen mit Unterstützung des Jobcenters bei Hoelp, bis Jahresende sollen es 125 sein. Daneben gibt es eine Reihe Dauerarbeitsplätze.

An die Beschäftigten dachte Propst Dr. Andreas Crystall. Er überreichte, passend zu gestrigen Datum, 11, 11 Euro als Geburtstagsgeschenk für jeden Beschäftigten. „Machen Sie doch mal einen schönen Betriebsausflug“, empfahl der Propst.

Nicht immer habe es einen Grund zum Feiern gegeben, erinnerte Sabine Warnke-Zahn, Projektleiterin bis 2013, an die drei Einrichtungen, aus denen Hoelp im Jahr 2003 hervorging: Die „Werkstatt Arbeit“ in Brunsbüttel wurde geschlossen, das AWO-Möbellager in Heide stand zur Disposition. Gemeinsam mit der Kleiderkammer der Diakonie in St. Michel bildeten sie den Grundstock für Hoelp. Das „Dithmarscher Modell“ war geboren. Ein Jahr später eröffnete die Brunsbütteler Tafel, 2010 übernahm Hoelp die DRK-Keiderkammer in der Schleusenstadt und zog im Juli diesen Jahres von Südseite an die Gaußstraße. Dort ist mehr Platz, und dem Vorbild von Glückstadt folgend, sind Tafel und Sozialkaufhaus unter einem Dach eingerichtet worden. Zugleich liegt Hoelp damit in der Stadt zentraler. Seit vier Jahren bauen Hoelp-Beschäftigte zudem in vier „Tafelgärten“ im Kreis Gemüse an, das an Bedürftige ausgegeben wird.

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erstellt am 12.Nov.2014 | 12:04 Uhr

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