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Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 23:16 Uhr

Hoelp: Gutscheine für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sozialkaufhäuser helfen unbürokratisch bei der Beschaffung einer neuen Kleidungs-Grundausstattung

Jeden Monat kommen Flüchtlinge ins Brunsbütteler Rathaus, um sich dort anzumelden. Meist besitzen sie kaum mehr als das, was sie auf dem Leib tragen. Diese Not will die gemeinnützige Hoelp GmbH ein wenig lindern. Wer sich in der Schleusenstadt anmeldet, bekommt pro Person einen Gutschein für Bekleidung oder Spielzeug. Wert: 15 Euro.

Dass es dafür zumindest schon einmal die Grundausstattung für Oberbekleidung im Brunsbütteler Sozialkaufhaus von Hoelp gibt, macht Projektleiter Alexander Rose deutlich: Einen Wäschekorb füllen die Kleidungsstücke. Sie stammen wie alles, was Hoelp an Bedürftige verteilt, aus Spenden.

„Wir wollen ein bisschen zur Willkommenskultur beitragen“, sagt Rose. Daher sei der in neun Sprachen verfasste Gutschein ein erster Anlass, die Menschen nach der Flucht aus Krisengebieten fern ihrer Heimat mit dem nötigsten zu versorgen. Er weiß: „Viele kommen relativ mittellos hier an.“ Ihre Kleidung sei oft unzureichend, das habe sich gerade in den vergangenen Wintermonaten gezeigt.

„Es ist toll, wenn man den Flüchtlingen gleich etwas an die Hand geben kann“, lobt Bürgermeister Stefan Mohrdieck die Initiative von Hoelp. Im Rathaus werden die Flüchtlinge auf die benachbarten Amtsgemeinden von Friedrichskoog bis Burg verteilt. Mangels Wohnraum auf dem Land bleibt die große Zahl aber in Brunsbüttel. Die Ämter Marne-Nordsee und Burg-St. Michaelisdonn zahlen an die Stadt ihren Anteil für die Versorgung der Flüchtlinge, die ihr aus Neumünster zugewiesen werden.

Gerade dieser von Hoelp ins Spiel gebrachte Gutschein sei eine schnelle, unbürokratische Möglichkeit zu helfen, freut sich der Verwaltungschef. Er ist ohnehin überzeugt, dass die noch überschaubaren Strukturen in der Stadt es einfacher machen, Flüchtlingen zu helfen. Es griffen mittlerweile viele Rädchen ineinander, die angestrebte Vernetzung beginne zu greifen.

Für Mohrdieck ist Hoelp eine Erfolgsgeschichte. In den Sozialkaufhäusern, nicht nur in Brunsbüttel, wird Bedürftigen geholfen – mit Lebensmitteln ebenso wie mit Hausrat und eben Kleidung. Alexander Rose ist froh, dass der Spendenstrom nicht nachlässt. „Wir bekommen ja grundsätzlich nur intakte Dinge“, sagt er. In diesem Zusammenhang hofft Rose auf noch mehr gespendete Fahrräder. Denn gerade die Flüchtlinge bekämen so die Gelegenheit zu mehr Mobilität.

Um Neid vorzubeugen, wurden die Ein-Euro-Mitarbeiter der Sozialkaufhäuser über den Hintergrund der Flüchtlingssituation informiert und bekamen selbst Gutscheine. Dies in Absprache mit dem Jobcenter, das die Aktion so unterstützt.

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erstellt am 25.Apr.2015 | 12:51 Uhr

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