zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

22. August 2017 | 22:56 Uhr

Sozial-Initiative : Hoelp feiert Geburtstag

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In Brunsbüttel haben interessierte Bürger am 11. November Gelegenheit zur Information über Sozialkaufhäuser und Tafeln.

Vor drei Monaten hat die gemeinnützige Hoelp GmbH in Brunsbüttel den Standort von der Süd- auf die Nordseite verlegt und zugleich die Tafel in das Sozialkaufhaus an der Gaußstraße integriert. „Das Konzept ist aufgegangen“, freut sich Hoelp-Geschäftsführer Martin Meers. Innerhalb der Organisation, die zwischen Heide und Glückstadt aktiv ist, hat sich Brunsbüttel inzwischen zum logistischen Schwerpunkt gemausert. Ob Textilien, Haushaltsgeräte, Möbel oder natürlich Lebensmittel – bei Bedarf können die anderen Standorte über Brunsbüttel versorgt werden. Angesichts der zentralen Lage ist es daher für Martin Meers nur konsequent, wenn Hoelp auch das elfjährige Bestehen in der Schleusenstadt feiert. Nicht nur mit den Kunden, sondern auch mit Menschen, die als Spender mit Hoelp zu tun haben. „Viele wissen gar nicht so genau, was hier läuft“, sagt Projektleiter Alexander Rose.

Tatsächlich läuft viel bei Hoelp. Allein in Brunsbüttel kommen während der vier Öffnungstage zwischen 35 und 45 Kunden ins Sozialkaufhaus, fast eben so viele Berechtigte nutzen die Tafelangebote aus gespendeten Lebensmitteln. 15 Mitarbeiter kümmern sich an der Gaußstraße um die Hilfesuchenden, kreisweit beschäftigt Hoelp 14 hauptamtliche Mitarbeiter und 93 Menschen in einer Maßnahme, die auf diesem Weg wieder den Anschluss ans Berufsleben finden sollen.

Eigentlich, sagt Meers, habe es mal die Hoffnung gegeben, dass Tafeln nicht von Dauer sein würden. Doch daran mag er längst nicht mehr glauben. Nicht nur auf Sozialhilfe angewiesene Menschen gehörten zu den Kunden, sondern auch Senioren mit kleiner Rente – und Arbeitnehmer, die aufstocken müssen, weil ihr Lohn nicht ausreicht. Meers sagt: „Armut hat sich gefestigt.“ Neuerdings drängen verstärkt Menschen mit Migrationshintergrund ins Sozialkaufhaus, vielfach Flüchtlinge. Eine Gruppe, die eine besondere Herausforderung darstelle, wie Alexander Rose sagt. Denn es gibt vor allem zunehmend sprachliche Probleme. Die aktuelle, in sieben Sprachen abgefasste Broschüre, wird jetzt ergänzt um weitere fünf Sprachen. Annja Lindlar, sozialpädagogische Begleiterin bei Hoelp, weiß um die Verständigungsprobleme: „Manchmal kommen Leute, die mir ein Handy geben, damit ich mit jemandem sprechen kann, der mir die Situation des Kunden schildert.“

Diesem Aspekt ist auch eine Aktion bei der Feier zum elfjährigen Bestehen geschuldet. Nur an diesem Tag darf jeder, der mag, im Sozialkaufhaus einkaufen: Möbel, Textilien, Hausrat. Der Erlös fließt an die Migrationsberatung des Diakonischen Werks.

Tafel und Sozialkaufhaus beziehen ihre Waren aus Spenden. Wobei das Sozialkaufhaus auf die Unterstützung der Bürger angewiesen ist. Und die habe sich in Brunsbüttel gut entwickelt, berichtet Rose. „Wir merken, es spricht sich herum.“ Dass die an Hoelp gespendeten Textilien durchaus keine „ollen Plünnen“ sind, wollen Brunsbütteler Gymnasiasten in einer Modenschau am 11. November deutlich machen. Mittlerweile ist es in dem großen Lagerraum an der Gaußstraße schon wieder so eng geworden, dass der noch verfügbare Nebenraum jetzt auch in die Verkaufsfläche des Sozialkaufhauses integriert werden soll. Aktuell besonders gern gesehen sind Spielsachen und Fahrräder.

Martin Meers lädt – nicht nur die Brunsbütteler – ein, sich die Einrichtung bei der Geburtstagsfeier von Hoelp anzusehen und sich zu informieren. Alexander Rose ergänzt: „Wir wollen unsere Arbeit vorstellen. Das ist eine ganze Menge.“

zur Startseite

von
erstellt am 25.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen