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kellinghusen : Hochwasserschutz – jetzt geht’s voran

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Stadt Kellinghusen steht vor der Aufnahme in einen Gebietsverband / Dann fließen Fördergelder in Millionenhöhe

von
erstellt am 05.Apr.2017 | 14:41 Uhr

Hochwasserschutz in Kellinghusen – seit zwei Jahrzehnten wird darüber diskutiert, passiert ist jedoch wenig. Sieht man einmal von einigen Gutachten zum Thema ab. Doch jetzt scheint die Stadt einen entscheidenden Schritt weitergekommen zu sein. Grund dafür ist der in Aussicht gestellte Beitritt zu einem Wasser- und Bodenverband. Nur als Mitglied eines solchen Verbandes kann die Stadt Fördergelder, die sich auf einige Millionen Euro belaufen könnten, in Anspruch nehmen.

Die Weichen für den Beitritt hat jetzt der Personal- und Finanzausschuss gestellt. Nachdem Gespräche im vergangene Jahr mit dem Deich- und Sielverband Grönhude aufgrund zu unterschiedlicher Strukturen scheiterten, sind sich jetzt Stadt sowie der „Bearbeitungsgebietsverband Mittellauf Stör“ einig. „Von der Struktur her passt das zusammen“, sagte Bürgermeister Axel Pietsch. Eine Satzung müsse jedoch noch ausgearbeitet und von beiden Seiten gebilligt werden. „Ohne Beitritt müssten wir die Maßnahmen zu 100 Prozent selbst bezahlen“, so Pietsch. Nach der Aufnahme erhofft er sich Zuschüsse von 70 Prozent – bei Investitionen im zweistelligen Millionenbereich. Genaue Zahlen gibt es noch nicht, denn zurzeit wird ein Hochwasserkonzept mit konkreten Maßnahmen erarbeitet. Sicher ist jedoch: „Die Schutzmaßnahmen sollen die Stadt viele Jahre vor Hochwasser schützen.“ Ausgegangen werde dabei von einem Hochwasserstand von 3,85 Meter, beim letzten Hochwasser in der Stadt wurde ein Pegel von 3,35 Meter gemessen.

Neben einer geringen Mitgliedsgebühr kommen bei Aufnahme allerdings auch noch größere Kosten auf die Stadt zu – diese liegen nach Einschätzung von Axel Pietsch im sechsstelligen Bereich. „Die Stadt wird alle Aufwendungen des Verbands tragen müssen.“ Der Bearbeitungsgebietsverband wird für Kellinghusen die Arbeiten abwickeln und betreuen, er ist dafür personell jedoch nicht ausgestattet. Deshalb muss unter anderem ein Wasserbauingenieur eingestellt werden. Der Vertrag wird dann eine Laufzeit bis 2032 haben. In nächster Zeit sollen weitere Abstimmungsgespräche stattfinden, um die Satzung auszuarbeiten.

Das Land habe aber auch deutlich gemacht, so Pietsch, dass Hochwasserschutz trotz der Mitgliedschaft weiter eine Aufgabe der Stadt sei und diese somit auch für die Umsetzung und Unterhaltung zuständig sei. „Dies ist der Weg, um endlich mit dem Hochwasserschutz voranzukommen“, betonte der Bürgermeister.

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