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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 16:20 Uhr

Hochwasser: Gefahr noch nicht gebannt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Anlieger kritisiert mangelnden Schutz vor den Fluten

Vor einem Jahr sorgte Hochwasser in Kellinghusen und Wrist für Schrecken und Aufregung. Weite Teile der Landschaft und der Straßen wurden von den Fluten überschwemmt. Feuerwehr und ehrenamtliche Helfer waren im Dauereinsatz, um Hab und Gut zu schützen.

Doch war passiert bei zukünftigen Hochwasser-Ereignissen? Wie kann die Region besser geschützt werden? Darüber hatte sich auch der Wrister Max Granzow Gedanken gemacht, der als direkter Bramau-Anlieger vom Hochwasser betroffen war. Als Folge der dramatischen Situation, denn auch sein Haus drohte, bei einem Deichbruch überschwemmt zu werden, verfasste er einen offenen Brief an Landwirtschafts- und Umweltminister Robert Habeck. Anschließend sammelte er in der Region 2370 Unterschriften für einen besseren Hochwasserschutz. Die Liste übergab er dann an den Kieler Minister (wir berichteten). Doch auch wenn es zahlreiche Arbeitskreistreffen und Ideen gab: Nach Meinung von Max Granzow ist in den vergangenen Monaten im unteren Bereich der Flüsse Bramau und Stör nicht genug für den Hochwasserschutz getan worden.

Der Wrister denkt immer noch mit Schrecken an die Hochwasser-Situation über Weihnachten und dem Jahreswechsel 2014/15. „An diesen Tagen hätte nicht viel gefehlt und große Teile der Gemeinde Wrist wären im Wasser versunken“. Das Hochwasser hätte bei noch weiteren Regenfällen in diesen Tagen und Nächten vornehmlich die Ortsteile Stellau und Eken überflutet. Die Ursache waren starke Regenfälle in den Tagen zuvor, sodass der Wasserstand der Bramau Höchststände erreicht hatte und die Wassermassen beider Flüsse Bramau und Stör nicht gen Störsperrwerk ablaufen konnten. Zusätzlich staute sich das Wasser bei dem Zusammenfluss der Flüsse in Höhe der Ortschaft Wittenbergen in der Nähe der Kaisermühle.

In den zahlreichen Versammlungen, die im Raum Kellinghusen daraufhin stattfanden, wurde über die Hochwassersituation diskutiert, „aber zu einer Lösung die Gefahr kommender Hochwasser zu minimieren, kamen die Experten nicht“, kritisiert Granzow.

Eine Ausbaggerung der Stör am Zusammenfluss der beiden Flüsse bei Wittenbergen sei kategorisch abgelehnt worden, da nach Meinung der Experten diese Maßnahmen keine Entlastung bringen würde. Auch eine öffentliche Versammlung im Juli mit Vertretern des Umweltministeriums aus Kiel und eines Ingenieursbüro brachte keine Lösung, da die Meinungen der Experten und der betroffenen Bevölkerung über eine kurzfristige Lösung und damit einer Minderung der Hochwassergefahr an den Unterläufen der beiden Flüsse zu weit auseinander gingen.

Menschen, die in der Nähe der beiden Flüsse leben, blicken deshalb mit großen Sorgen der kommenden Hochwasserperiode entgegen, obwohl zumindest in den Auwiesen von Bramau und Stör die am Ufer stehenden Weiden streckenweise gekappt wurden und vereinzelt auch das bisher sehr hoch stehende Gras an den Flussläufen zur Erhöhung der Fließgeschwindigkeit kurz gehalten wurde. Max Granzow hofft, das diese Arbeiten ausreichen. Denn eines sei sicher: „Das nächste Hochwasser kommt bestimmt. Aber hoffentlich wird es nicht so schlimm wie in den Weihnachtstagen und Nächten zum Jahreswechsel 2014/15.“

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erstellt am 31.Dez.2015 | 00:32 Uhr

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