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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 06:55 Uhr

Hochwasser: Ausbaggern eine Option

vom

Kellinghusener Liste will die Kosten ermitteln lassen / Neue Marke des Landes gefährdet Stadtentwicklung

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2013 | 03:59 Uhr

KELLINGHUSEN | Ist das Ausbaggern der Stör womöglich doch eine Option, um das Hochwasser in den Griff zu bekommen? Vertreter der Kellinghusener Liste regen eine Kostenprüfung an und schlagen Alarm: Beim Thema Überschwemmung stehe der Stadt das Wasser buchstäblich bis zum Hals, zumal sie offenbar noch in dieser Legislaturperiode gefordert ist, eine Stellungnahme beim Land abzugeben. Zentraler Punkt ist die Absicht des Landes, die Hochwassermarke auf 3,85 Meter über Normalnull festzusetzen. "Die Problematik erzwingt eine kurzfristige Zusammenkunft des Ausschusses für Landschafts-, Gewässer-, Grundwasser- und Hochwasserschutz", sagt Uwe Zebedis.

Dort zeigten sich Vertreter des Umweltministeriums zuletzt wenig beeindruckt von dem Hinweis, dass mit der angepeilten Marke eine städtebauliche Planung für die gesamte Südstadt hinfällig wird. "So wird der Stadtteil mittelfristig veröden", ist Zebedis überzeugt. Das Eigentum dort wäre praktisch unverkäuflich. "Die nächsten Generationen werden auf nutzlosen Grundstücken sitzen bleiben." Laut Planzeichnung zählten bei diesem Szenario auch die B206, das Gewerbegebiet sowie das Klärwerk zu den überschwemmten Flächen. "Nur der Bahndamm ragt noch heraus."

Was den KeLi-Mann besonders aufregt: Das Land sieht die Stadt in Sachen Hochwasser in der Pflicht ohne selbst auch nur einen Finger rühren zu wollen. Erst wenn Kellinghusen aktiv geworden ist, zieht das Land überhaupt wieder Fördermaßnahmen in Betracht. Daher müsse die Stadt jetzt geschlossen aktiv werden und sich im Hochwasserschutz ganz neu positionieren. "Wir stehen jetzt allein da und sind in der Situation, wo wir Geld in die Hand nehmen müssen." Da könne es eventuell sinnvoll sein, ganz schnell selbst die Alternative Ausbaggerung zu prüfen, bevor auf der "gesamten Länge alles weggerissen" und die Poggenwiese inklusive der womöglich vorhandenen Schadstoffe ausgebuddelt werde. Vorschlag der KeLi: Umgehend einen Kostenvergleich zwischen der Maßnahme "Ausweitung des innerstädtischen Flussprofils" und der Ausbaggerung im Bereich "Flaschenhals" und "Sandbank" vom Pegel Rensing bis Wittenbergen in die Wege leiten.

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