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Baumstreit : Hochsitz in uralter Buche darf bleiben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Anzeige gegen die Jäger in Looft – Beobachtungsplatz in altem Baum besteht seit vielen Jahrzehnten.

Eine alte Buche in der Feldmark von Looft begeistert – Naturfreunde, Spaziergänger und Jäger. Nach Baumumfang und Größe muss es sich um einen mindestens 200-jährigen Baum handeln. Der wurde bereits mit Fotos und Ortsbeschreibung der Unteren Naturschutzbehörde als Naturdenkmal vorgeschlagen.

Doch nicht nur Alter und Größe machen dieses grünen Riesen so einmalig: In seinen zahlreichen Gabelungen eingebaut ist ein Hochsitz zur Tierbeobachtung. Der ideale Ort, um Hasen, Rehen und Füchsen in der natürlichen Umgebung zuzuschauen.

Doch ein Jäger berichtete jetzt, dass die Buche aus anderen Gründen ins Gerede gekommen war. „Der Baum hat zurzeit jede Menge Scherereien“, formulierte es der Waidmann und berichtet: „Es ist eine Anzeige in der Unteren Naturschutzbehörde wegen des Hochsitzes eingegangen. Der Hochsitz muss wahrscheinlich zurückgebaut werden.“ Die Begründung: Die Sitzmöglichkeit im Baum wurde laut Amt in die Krone des Baumes gebaut und das sei nicht zulässig.

Der Jäger zeigte vor Ort auf die starke Vergabelung des Baumes mit dem Ansitz und wies darauf hin, dass die Krone weit davon entfernt sei. Für den Waidmann ist die angedrohte Maßnahme unverständlich, da er den Hochsitz in diesem Baum bereits seit seinem fünften Lebensjahr besteigt. Der Sitz sei also seit mindestens 70 Jahren in der alten Buche. „Jetzt soll der plötzlich schädlich sein?“, fragt er verständnislos.

Weit und breit sei dort kein einziger Baum zu sehen, der ein so hohes Alter aufweisen kann. So waren die Jäger auch davon ausgegangen, dass allein dass der Baum als Ansitz genutzt wurde, ihm die Ehre des Altwerdens ermöglichte. Die drastische Maßnahme der Anzeige und die Möglichkeit, dass der Hochsitz entfernt werden müsse, sei nicht nachvollziehbar. So wurde kurzerhand der Sprecher der Jagdgemeinschaft Looft, Manfred Kock, und die Untere Naturschutzbehörde mit dem Baumfall konfrontiert.

Kock bestätigt, dass eine Anzeige eingegangen sei. Er berichtet auch, dass vor 15 Jahren bereits einmal wegen des Hochsitzes im Baum eine Klage bei den Jägern eingetroffen sei – aber kein Rückbau vom Amt gefordert wurde, da der Baumhochsitz zur Tierbeobachtung schon seit langen Jahren genutzt wurde und dadurch so etwas wie „Bestandsschutz“ vorliegt.

Ute Lange-Friedrichs von der Unteren Naturschutzbehörde, die für Naturdenkmäler im Kreis Steinburg zuständig ist, erklärte, dass für sie – selbst im Falle der Unterschutzstellung der Buche – der Hochsitz kein Problem sei. „Ganz offensichtlich wird dem Baum dadurch kein Schaden zugefügt“, so Lange-Friedrichs. In einem Gespräch mit einer Kollegin, die für Looft zuständig ist, seien sie überein gekommen, den Hochsitz, der nachweislich seit vielen Jahrzehnten dort besteht, so zu belassen.

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erstellt am 03.Sep.2015 | 05:00 Uhr

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