Zuwachs für Lägerdorfer Museum : Hochrad erstrahlt in neuem Glanz

Das Hochrad aus Lägerdorf erhielt im Deutschen Fahrradmuseum neuen Glanz. Sparkassen-Filialleiterin Nicole Fuchs, Museumsleiter Uwe Erickson und Bürgermeister Heiner Sülau (v.l.) präsentieren das 1887 gebaute Rad.
Das Hochrad aus Lägerdorf erhielt im Deutschen Fahrradmuseum neuen Glanz. Sparkassen-Filialleiterin Nicole Fuchs, Museumsleiter Uwe Erickson und Bürgermeister Heiner Sülau (v.l.) präsentieren das 1887 gebaute Rad.

Das historische Gefährt wurde im Deutschen Fahrradmuseum aufwendig restauriert. Nach knapp einem Jahr ist es zurück im Lägerdorfer Museum.

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23. August 2017, 14:01 Uhr

Gebaut wurde es vor 130 Jahren in einer Werkstatt in England oder in Deutschland, aber: „So wie es steht, kann es fünfzig Jahre halten“, sagt Lägerdorfs Museumsleiter Uwe Erickson beim Anblick des Hochrades aus dem Jahre 1887. Zurückgekommen ist es aus dem unterfränkischen Bad Brückenau, dort war es im Deutschen Fahrradmuseum aufwendig restauriert worden. Die Kosten in Höhe von rund 3300 Euro tragen die Sparkasse Westholstein (2000 Euro) mit einer Spende aus der Stiftung des Kreditinstituts und die politische Gemeinde Lägerdorf (1300 Euro).

Viele Jahre zuvor hatte das historische Zweirad im ehemaligen Lägerdorfer Museum in der Schulstraße und danach im Haus am Kamp gestanden und die Besucher erfreut. Doch schon da war nicht zu übersehen, dass der Zahn der Zeit immer mehr an dem Rad genagt hatte. Keinesfalls besser wurde sein Zustand in den vergangenen Jahren, als es seinen Platz nach der Auflösung des Museums in der Grundschule Lägerdorf gefunden hatte. Dort lagerte es in einem separaten Raum neben anderen Exponaten, die ebenfalls auf einen Platz in dem neuen Museum warteten, das die Gemeinde Lägerdorf derzeit im Rathaus vorbereitet und das im kommenden Jahr seine Pforten öffnen soll.

Den Verantwortlichen innerhalb der Gemeinde war klar, dass etwas passieren müsse, um es vor dem Verfall zu retten. Doch wer trägt die Kosten, und wer übernimmt die Restaurierungsarbeiten? 2015 folgte der Durchbruch: Nachdem die Sparkasse Westholstein Gelder zugesagt hatte, beschloss die Gemeinde Lägerdorf, das Hochrad restaurieren zu lassen und sich an den Kosten zu beteiligen.

In der Folgezeit machte sich Uwe Erickson auf den Weg, um eine geeignete Fachwerkstatt zu finden. Das war gar nicht so leicht, bei hiesigen Werkstätten hatte er kein Glück: „Niemand traute sich, das alte Rad in einen vorzeigbaren Zustand zu versetzen.“ Auf der Suche nach der richtigen Stelle stieß Uwe Erickson schließlich auf das Deutsche Fahrradmuseum. Dort hieß es: „Sofort, wir haben einen Spezialisten“, erinnert sich der Museumsleiter an den telefonischen Kontakt im vergangenen Jahr.

Im Herbst 2016 wurde das Hochrad sorgsam verpackt und in eine Spezialkiste gelegt. Ein Spediteur brachte das so gesicherte Museumsstück nach Unterfranken, von wo es nach einem guten dreiviertel Jahr erneut auf die Reise geschickt wurde. „Es ist ein Schmuckstück geworden“, lobt Erickson die Arbeit des Restaurateurs Ivan Sojc. Zurückverfolgen ließe sich die Herkunft des Hochrades bis ins Jahr 1945. „Was davor war, wissen wir nicht“, sagt Erickson. Eigner ab 1945 war Wilhelm Lindsteding senior, der in Lägerdorf in der Rosenstraße Nummer 9 ein Lebensmittelgeschäft führte und auch mit Fahrrädern handelte. Sein Schwager Klaus Sticht machte sich 1950 als Fahrradhändler und Mechaniker selbstständig und eröffnete zirka fünf Jahre später in der Rosenstraße Nummer 10 ein Ladengeschäft mit Werkstatt. Zur Einweihung übergab Lindsteding senior seinem Schwager das Hochrad für Werbezwecke. Nachdem Klaus Sticht sein Geschäft 1977 für immer geschlossen hatte, wanderte das Rad zu Gerd Korell, der es mit in den Bestand des Lägerdorfer Museums übernahm. „Dort hat es lange gestanden und auch gelitten, so dass es kein schönes Ausstellungsstück mehr war“, erinnert sich Uwe Erickson an Rost und aufgelöste Gummibereifung.

Bezogen auf das finanzielle Engagement der Sparkasse Westholstein und mit Blick auf den zukünftigen Standort des Hochrades im Lägerdorfer Museum sagt die örtliche Filialleiterin Nicole Fuchs: „Mit unserer Unterstützung möchten wir unseren Teil dazu beitragen, dass in der Region ein attraktives und abwechslungsreiches Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebot bestehen und erhalten bleibt.“ Bei mehr als 1000 Anlässen sei die Beteiligung der Sparkasse zwar in den meisten Fällen begrenzt, „dennoch setzen wir immer wieder Schwerpunkte, die wir für besonders unterstützungswürdig halten“.

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