Verkehr : Hochdonner Fähre überlaufen

Mächtig genagt hat der Zahn der Zeit am Burger Ersatz-Anleger.
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Mächtig genagt hat der Zahn der Zeit am Burger Ersatz-Anleger.

Nach dem Ausfall der Burger Verbindung über den Kanal kann das Fahrzeugaufkommen in der Kanalgemeinde Hochdonn kaum bewältigt werden.

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26. Juli 2014, 16:00 Uhr

Der Ausfall der Burger Kanalfähre für das Übersetzen von Kraftfahrzeugen führt zu den auch vom zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Brunsbüttel befürchteten Folgen. „Mehr als das Doppelte“ des bisher üblichen Verkehrsaufkommens registriert die Besatzung der Hochdonner Fähre. Dabei empfiehlt das WSA seit der Sperrung in Burg am Dienstag das weiträumige Ausweichen über die beiden nächstgelegenen Kanalhochbrücken in Brunsbüttel und Schafstedt.

Und es dürfte noch enger werden in Hochdonn, wenn ab Montag Metalfans aus Richtung Norden den Weg zum Festivalgelände in Wacken über die kleine Kanalgemeinde anstreben. ,,Stau ohne Ende bis um die Ecken auf beiden Seiten“. Mit diesen Worten bringt der erfahrene Hochdonner Decksmann Frank Hintze seine Befürchtungen für die kommende Woche auf den Punkt. Und während seine Burger Kollegen Harald Bolling und Hermann Behrens Zeit für einen Kaffeeplausch auf dem Deck ihrer alten Klappenfähre ,,Nobiskrug“ finden, hat Hintze die Fähre ,,Hochdonn“ schon wieder mit acht Pkw voll beladen.

,,Klar ist Hochdonn überlastet, dann verleiht doch dem mal Nachdruck, dass die schneller fahren beziehungsweise eine Fähre mehr einsetzen, die liegt ja da und dümpelt vor sich hin!“, fordert beispielsweise der Burger Sven Kalkbrenner in einem Facebook-Post zu dem Thema. Tatsächlich liegt am zweiten Anleger der Hochdonner Fähre eine weitere Spitzend-Fähre im Wasser.

,,Warum setzt man in Hochdonn über Tag nicht eine zweite Fähre ein?“, fragt sich auf Facebook auch Marion Nierhaus und weist darauf hin: ,,Gerade jetzt, wo auch die Ernte voll im Gange ist. Und nächste Woche ist auch noch Wacken. Traktor mit Anhänger und vier Autos – dann kann man ja nach Feierabend gleich sein Essen im Auto zu sich nehmen bei ein bis zwei Stunden Wartezeit.“

Ob es wirklich wo schlimm kommt – die Chancen dafür stehen zumindest nicht schlecht, denn seitens des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brunsbüttel teilt dessen Leiterin Gesa Völkl auf Nachfrage mit: ,,Wir haben kein Personal dafür.“ Man habe darüber nachgedacht, die Burger Klappenfähre ,,Nobiskrug“ nach Hochdonn zu verlegen, berichtet die Bauingenieurin weiter. In Burg hätte man dann den Rad- und Personenverkehr mit einem Boot über die beiden Notanlegebrücken abgewickelt. Doch all das bleibt graue Theorie ohne das dafür notwendige Personal. So bleibt für die Wacken-Woche allein die Erkenntnis: ,,Da müssen wir durch.“

Die Burger Fähre wird voraussichtlich bis zum Ende der schleswig-holsteinischen Sommerferien nur Fußgänger und Radler übersetzen. Grund: Am Ersatzanleger der Kanalfähre sind massive Schäden entdeckt worden. Der eigentliche Anleger ist wegen Reparaturarbeiten noch bis Anfang 2015 außer Betrieb.

Auswirkungen sind auch im Burger Fährhaus zu spüren: Gäste aus dem Kreis Steinburg bleiben aus. Sie finden auf der Südseite jedoch Parkplätze unmittelbar an der Fähre.

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