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Detlefsengymnasium : Hitzige Diskussionen blieben aus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Erstwählerveranstaltung am Detlefsengymnasium: Politik-Prominenz stellte sich den Fragen, die die Jugend bewegen

Am 24. September steht die Bundestagswahl an. Vor allem Erstwähler müssen aus immer mehr Parteien ihren Favoriten herauspicken. Oftmals kein ganz einfaches Unterfangen. Und so sollte eine schulinterne Veranstaltung im Detlefsengymnasium Orientierungshilfen bieten. Gleich ein halbes Dutzend Politiker stellten sich den Fragen der Zwölftklässler Jan Lüders und Anne Brühs.

Die Moderation übernahm Kay Mordhorst von der Glückstädter Volkshochschule, der als erstes die Spielregeln erklärte. Drei Minuten hatten die Politiker Zeit, sich den Schülern und Gästen vorzustellen. Eine Sanduhr überwachte die Vorgabe. Danach wurden Sachthemen abgearbeitet. Mordhorsts „dringende Bitte“ an alle Jugendlichen: „Gehen Sie wählen. Sonst bekommen Sie genau das, was Sie nicht wollen.“

Alle Parteien, deren Einzug in den Bundestag realistisch ist, waren auf der Bühne vertreten. Mark Helfrich (CDU), Karin Thissen (SPD), Ingrid Nestle (Grüne), Wolfgang Kubicki (FDP), Björn Thoroe (Linke) und Rolf von Rhein (AfD) ließen in der Vorstellungsrunde viel Altbekanntes hören. Wobei altbekannt ja keinesfalls schlecht sein muss, schließlich ging es darum, den Schülern auch die wichtigsten Positionen der Parteien näherzubringen.

Helfrich betonte die Bedeutung der inneren Sicherheit, nannte die A20 und den Breitbandausbau als wichtige Themen. Er persönlich setze sich insbesondere für Integration ein. Die gelernte Tierärztin Thissen hob die Lebensmittelsicherheit hervor und versicherte, dass die SPD für soziale Gerechtigkeit stehe. Ihr persönlich liege am Herzen, dass Stadt- und Landbewohner möglichst gleiche Chancen bekommen.

Zu Nestles Zielen gehört es, die Klimakrise ein Stück weit einzudämmen und erneuerbare Energien zu stärken. Außerdem plädierte sie für eine Verbesserung der Bahn-Taktung. Die FDP setze sich für die weltweit beste Bildung ein, versicherte Kubicki. Jede Schule müsse heute WLan haben. Thoroe will mit seiner Partei ein Zeichen für soziale Gerechtigkeit setzen. Dafür müsse man die Reichen höher besteuern und befristete Arbeitsverträge abschaffen. Und von Rhein bezeichnete Deutschland als ein Einwanderungsland. Andere Religionen seien zu respektieren. Aber auch diese „haben uns zu respektieren.“

Wer einen rhetorischen Schlagabtausch erwartet hatte, wurde allerdings enttäuscht. Lediglich der Polit-Profi Kubicki ließ ab und ab seinen Spaß an verbalen Auseinandersetzungen durchblicken. Auch der AfDler Rolf von Rhein erwies sich nicht als bekennender Rechtsaußen. Von den teils radikalen Äußerungen seines Partei-Vizevorsitzenden Alexander Gauland distanzierte er sich.

Bei der ersten Frage des Schülerduos Lüders/Brühs ging es nicht etwa um Bildungspolitik oder zukunftssichere Jobs, sondern um die innere Sicherheit. Auch Blitzfragen musste sich die Politikerrunde stellen. Beim Thema „Pro oder Kontra Ehe für alle“ gab es sechs Mal ein klares Ja. Viel Einklang also. Mia Bücking aus dem zwölften Jahrgang war dennoch zufrieden: „Einige Spannungen wurden schon sichtbar, aber insgesamt verlief der Abend in einer angenehmen Gesprächsatmosphäre ohne hitzige Diskussionen. Ich fühle mich gut informiert.“


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