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Museumsschiff für Hamburg : Historischer Viermaster „Peking“ wird auf Peters-Werft restauriert

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Millionen-Auftrag für die Peters-Werft: Die marode Viermastbark „Peking“ soll in Wewelsfleth schick gemacht werden.

Wewelsfleth | Peters-Werft-Geschäftsführer Mark Dethlefs gibt sich noch betont zurückhaltend: „Nach dem Stand heute ist die Peters Werft für den Zuschlag vorgesehen. Ein Vertrag kann aber frühestens am 30. Mai unterzeichnet werden.“ Sollte es bis dahin nicht zu unvorhersehbaren Überraschungen kommen steht fest: Der Wewelsflether Traditionsbetrieb hat sich in einer europaweiten Ausschreibung gegen die Konkurrenz durchgesetzt und wird den Millionen-Auftrag erhalten.

Mit der Rückholaktion nimmt ein schon verloren geglaubter Kampf um ein Stück schwimmender Hamburger Hafengeschichte doch noch ein gutes Ende. Schon vor drei Jahren hatten Schifffahrtsfreunde aus der Hansestadt versucht, die historische Viermastbark von New York an die Elbe zurückzuholen, waren aber am fehlenden Geld gescheitert. Im November 2015 bahnte sich dann die Sensation an: Da wurde klar, die „Peking“ kommt zurück in die Heimat.

„Wir sind mehr als froh, mit der Peters Werft einen hoch engagierten Partner für dieses ambitionierte Restaurierungsvorhaben gewonnen zu haben“, sagte Joachim Kaiser, Mitglied des Vorstands der Stiftung Hamburg Maritim, am Freitag in Hamburg.

An der Stör soll die derzeit noch in New York liegende Viermastbark „Peking“ komplett restauriert und dann zum Schmuckstück für das im Aufbau befindliche Hamburger Hafenmuseum werden. Das Segelschiff war am 25. Februar 1911 bei Blohm und Voss vom Stapel gelaufen. Nach einer jahrzehntelangen Odyssee befindet es sich derzeit in eher marodem Zustand.

Bereits vor eineinhalb Jahren hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages für die Rückholung und Restaurierung 26 Millionen Euro bereitgestellt. Nach vorsichtiger Einschätzung von Dethlefs dürfte dieser Betrag auch in etwa dem voraussichtlichen Investitionsvolumen entsprechen. Die umfangreiche Restaurierung wird die Werft voraussichtlich bis ins Jahr 2020 hinein beschäftigen.

Mit einem solchen Dockschiff soll die „Peking“ von New York an die Stör überführt werden.
Mit einem solchen Dockschiff soll die „Peking“ von New York an die Stör überführt werden.

Die erste Herausforderung ist schon die Überführung nach Norddeutschland. Bereits im vergangenen Jahr war die „Peking“ von ihrem langjährigen Liegeplatz am Museumshafen in Manhattan in die Caddell-Werft auf Staten Island geholt worden, wo sie für die Überführung vorbereitet wird. Das wird im Sommer die auf schwere und sperrige Ladungen spezialisierte Spezialflotte der Combi Lift übernehmen, einem Tochterunternehmen der Bremer Reederei Harren und Partner. Das für den Einsatz geplante Schwergut-Dockschiff „Combi Dock I“ ist 170 Meter lang und 25 Meter breit.

Wenn das Dockschiff mit der „Peking“ im Gepäck den Atlantik überquert hat und über Elbe und durch das Störsperrwerk in Wewelsfleth eingetroffen ist, wird es dort etwa zwei Jahre lang bleiben. Im ersten Jahr, so erläutert Dethlefs, werden im Trockendock vor allem die Arbeiten am Schiffsrumpf abgewickelt. Dann soll die „Peking“ für die restlichen Arbeiten ein weiteres Jahr am Ausrüstungskai der Peters Werft liegen.

„Eigentlich ist es ein ganz normaler Auftrag“, meint der Werftgeschäftsführer. Im Unterschied zu den sonst vielfach in Wewelsfleth liegenden Luxusyachten würden hier aber keinerlei Neuteile verbaut. „Wir werden nur altes Material und alte Teile benutzen.“ Was die dafür erforderlichen Fachkenntnisse betrifft, sieht Dethlefs sich mit seinem Team gut aufgestellt. Ansonsten stünden natürlich Berater der Stiftung Hamburg Maritim bereit. Insbesondere bei der Wiederherstellung der Rigg, also der Takelage des Viermasters, werde auf deren Fachwissen zurückgegriffen. Ansonsten soll sich die Restaurierung auf die authentische Rekonstruktion der Kammern, des Kartenhauses und das Ruderstandes konzentrieren. Auf dem Brückendeck ist später eine Dokumentation über die Geschichte des Großseglers geplant.

Die Arbeiten zur Wiederstellung der „Peking“ waren europaweit ausgeschrieben worden. Fünf Bewerber hatte es zuletzt gegeben, darunter auch die Hamburger Werft Blohm und Voss, wo das Schiff vor 106 Jahren vom Stapel gelaufen war. Um endgültig den Zuschlag zu erhalten, müssen die Wewelsflether jetzt noch die in Ausschreibungsverfahren festgeschriebenen Fristen abwarten. Wenn die „Peking“ dann zur Peters Werft kommt, ist das wohl nicht nur für Mark Dethlefs „natürlich eine tolle Sache“. Auch die Hansestadt wird um eine Attraktion reicher sein. Neben der Rickmer Rickmers, der Cap San Diego und der MS Bleichen geht die „Peking“ dann als viertes großes Museumsschiff in Hamburg vor Anker.

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erstellt am 19.Mai.2017 | 12:14 Uhr

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