Heide in Finanznot : Hiobsbotschaften reißen nicht ab: noch eine marode Kita

Marc Trester: „Wir sind uns alle einig, dass wir etwas machen müssen.“
Marc Trester: „Wir sind uns alle einig, dass wir etwas machen müssen.“

Erst die Sporthallenbrände, dann die Schimmel-Kita – und jetzt Probleme mit der Kindertagesstätte „Lindenstraße“. Sanierungsstau und Platzmangel bereiten der Stadt Sorgen.

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14. Dezember 2014, 15:50 Uhr

Und noch eine Belastung für die Dithmarscher Kreisstadt. Zu den Problemen durch den Schimmelbefall in der Kindertagesstätte (Kita) „Nordlicht“ und den durch Brandstiftung zerstörten Sporthallen in Heide-Ost kommen jetzt noch Mängel in der evangelischen Kita „Lindenstraße“ hinzu. Die Räume zu klein, die Technik nicht mehr auf dem neusten Stand. Die Rohre befinden sich in einem so schlechten Zustand, dass es bereits zu Wassereinbrüchen gekommen ist. Allein in diesem Jahr sind Kosten für Reparaturen am maroden Leitungssystem in Höhe von 12  700 Euro entstanden.

Das Kindertagesstättenwerk Dithmarschen sieht sogar Handlungsbedarf hinsichtlich der Sicherheit der Kinder. Das Gebäude soll durch die vorhandenen Einbauten und Installationen, Decken- und Wandverkleidungen hohe Brandlasten aufweisen. „Die Rettungswege aus den jeweiligen Aufenthaltsräumen sind somit gefährdet“, heißt es in einem Schreiben des Kindertagesstättenwerks.

Die aus dem Jahr 1963 stammende Einrichtung ist die älteste Kita in Heide. Zwar wurde 2007 das Dach saniert, 2009 ein Anbau für die Einrichtung einer Familiengruppe errichtet. Wesentliche bauliche Bestandsmaßnahmen sind in den vergangenen Jahrzehnten aber nicht ausgeführt worden. Das Kindertagesstättenwerk Dithmarschen möchte daher am liebsten einen Teilneubau haben. Nicht nur aufgrund des bestehenden Sanierungsstaus, sondern auch wegen der kirchlichen Warteliste von etwa 30 Kindern für Krippenplätze (unter Dreijährige). Bei einem Neubau könnten bis zu zehn zusätzliche U-3-Plätze geschaffen werden.

Das alte Gebäude abzureißen und neu zu bauen würde aber ein riesiges Loch in den Haushalt der Stadt reißen. Nach ersten Kostenschätzungen des Planungsbüros Momsen-Saß-Kähler würde ein Neubau rund 1,7 Millionen Euro kosten. Allein eine Sanierung inklusive Teilabriss und Teilneubau liegt nach Berechnungen des Planungsbüros immer noch 1,5 Millionen Euro.

„Wir sind uns alle einig, dass wir etwas machen müssen“, betont Marc Trester (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Familie, Schule und Sport. Der Kreis hat die Notwendigkeit der Baumaßnahme laut Beschlussvorschlag bestätigt und Fördermittel des Bundes in Höhe von 70  000 Euro reserviert.

Ein Neubau kommt für die Kommunalpolitiker, die sich vor Ort die Situation anschauten, trotzt der derzeit extrem günstigen Zinssituation nicht in Frage. Die finanziellen Mittel gibt der schon jetzt defizitäre Haushalt der Kreisstadt nicht her. Hinzu kommen noch unvorhergesehene Ausgaben für den Neubau der abgebrannten Sporthallen, die Renovierung der Schimmel-Kita „Nordlicht“, bei der noch nicht klar ist, welche Kosten auf die Stadt zukommen. Und im Gymnasium Heide-Ost müssen dringend Brandschutzmaßnahmen vorgenammen werden, die mit rund vier Millionen Euro zu Buche schlagen. „Über Haushaltskonsolidierung brauchen wir uns in den nächsten Jahren keine Gedanken mehr machen“, bringt Trester die angespannte Situation auf den Punkt.

Die Ausschluss-Mitglieder wollen daher eine Alternativen zum Neubau prüfen lassen. Auf dem Grundstück wäre noch Platz für einen Anbau, womit die Platzprobleme gelöst wären. „Das alte Gebäude müsste dann saniert werden“, so Trester. Welche Kosten dies verursachen würde, soll jetzt geprüft und dem Ausschuss im kommenden Jahr vorgelegt werden.

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