Abitur : Hinaus in eine komplizierte Welt

Die besten Vier der AVS (v. li.): Hannah Rotzinger (1,0), Linda Boye (1,0), Linus Richter (1,2) und Christin Pioch (1,2).
Die besten Vier der AVS (v. li.): Hannah Rotzinger (1,0), Linda Boye (1,0), Linus Richter (1,2) und Christin Pioch (1,2).

101 Abiturienten an der Auguste-Viktoria-Schule verabschiedet.

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06. Juli 2014, 08:00 Uhr

Das Datum hat Symbolkraft: Gestern nahmen 101 Absolventen der Auguste-Viktoria-Schule ihr Abiturzeugnis in Empfang, 19 von ihnen mit einer 1 vor dem Komma. Schulleiter Norbert Hartung spannte den Bogen: Der 4. Juli ist in den USA der Independence Day, auch die Abiturienten hätten eine Form von Unabhängigkeit erreicht. Genau wie einen Meistertitel, den Deutschland 1954 – an einem 4. Juli – bei der Fußball-WM gewann. Doch es gelte: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“ Es warteten neue Aufgaben: „Neben der Findung eines geeigneten Berufs stehen Sie in der Verantwortung, eine komplizierte und fragile Welt mitzugestalten.“

Das Rüstzeug dafür haben sie entwickelt, ist sich Klassenlehrerin Gritt Rosengarth sicher: Zuverlässigkeit, Empathiefähigkeit, Offenheit, Herzlichkeit und Menschlichkeit. „Ihr habt gelernt, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, euch das Motto ‚Leben und leben lassen‘ zu Herzen zu nehmen, aber einzugreifen, wo es angebracht ist.“

Die jungen Männer und Frauen wüssten, dass man eine eigene Meinung entwickeln könne und aktiv etwas tun müsse, wenn man etwas verändern will, unterstrich Sigrun Schmidt. Sie initiierten Projekte wie Schule ohne Rassismus. Nun gehe es darum, die „Freiheit zur Gestaltung der Zukunft“ aktiv zu nutzen. „Bei Euch bin ich mir sicher, dass Ihr dies tun werdet, kritisch, mit Durchhaltevermögen, Elan, Humor und Engagement.“

Ob dabei im „Spiel des Lebens“ immer alles glatt laufen werde, lasse sich auch mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht voraussagen, meinte Dr. Martin Halfpap. Auf jeden Fall müssten neue Teams gebildet werden, denn das eingespielte löse sich nun auf, sagte Björn Stoltefuß. Für ihren Weg könne man den Abiturienten nun, nachdem man ihnen das Schwimmen beigebracht habe, nur noch eines mit auf den Weg geben, meinte Marcus Tandecki: „Da ist das Wasser, schwimmen Sie!“

Und das haben sie vor. Hannah Rotzinger (Schnitt 1,0) wird erst an einem Entwicklungsprojekt in Bolivien teilnehmen und danach in Weimar Architektur studieren. Linda Boye (1,0) macht ein duales Studium zur Rechtspflegerin in Hildesheim, Christin Pioch (1,2) beginnt ein duales Studium bei Airbus in Bremen, und Linus Richter (1,2) geht für sein Mathe-Studium nach England. „Man wird das alles schon ein bisschen vermissen“, meinte Hannah. Aus gutem Grund, betonte Linus: „Es ist einfach eine klasse Schule!“

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