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Norddeutsche Rundschau

26. September 2017 | 09:24 Uhr

Medizin : Hilfe, wenn die Nieren versagen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit zehn Jahren werden Dialysepatienten im Westküstenklinikum Brunsbüttel behandelt. Ziel war von Anfang an eine wohnortnahe Versorgung.

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Bereits seit Oktober 2005 muss Reinhard Meyer regelmäßig dreimal pro Woche zur Dialyse ins Westküstenklinikum Brunsbüttel. Damit ist er der „dienstälteste“ Patient der Fachabteilung, die jetzt zehnjähriges Bestehen feierte. Dabei ist der 60-jährige keineswegs ein typischer Patient. „Das Durchschnittsalter der Menschen, die wir hier behandeln, beträgt 75 Jahre. Außerdem haben unsere Patienten, die zur Dialyse müssen, sehr häufig mehr als eine Krankheit“, berichtet Dr. Henrik Herrmann, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin.

Bei der Dialyse handelt es sich um ein Blutreinigungsverfahren, das bei Nierenversagen zum Einsatz kommt. Ursachen sind oft Diabetes oder Gefäßkrankheiten. Durch eine entsprechende Apparatur können Substanzen wie zum Beispiel Harnstoff, die in zu großer Konzentration schädlich für den Körper wären, aus dem Blut entfernt werden. „Je länger eine solche Blutreinigung dauert, desto besser wirkt sie. Aber das erfordert bei unseren Patienten eine ganze Menge Geduld“, erklärt Dr. Christiane Sause. Die Fachärztin für Innere Medizin und Nierenfachärztin kommt einmal wöchentlich aus dem WKK Heide nach Brunsbüttel, um mit ihren Kollegen vor Ort die anstehenden Therapien zu besprechen und zu optimieren.

Erste Ansprechpartner für die Patienten auf der Station sind jedoch die Pflegekräfte unter der Leitung von Kerstin Engelbrecht-Witt. Aber auch die anderen Pflegekräfte sind im Bereich der Dialyse entsprechend qualifiziert worden. Sie bilden für die Patienten die ruhenden Pole in der langjährigen Dauerbehandlung.

Die Dialysen werden montags, mittwochs und freitags vorgenommen, auch an Feiertagen und in Urlaubszeiten. In akuten Notfällen werden die Patienten ins Westküstenklinikum Heide gebracht. Das sind jedoch Ausnahmen. Neben den Fachkrankenschwestern kümmern sich immer erfahrene Oberärzte und auch jeweils ein Assistenzarzt in der Weiterbildung um die Dialysepatienten. Für die Assistenzärzte gehört dies zur Weiterbildung in der Inneren Medizin. „Damit verfügen wir über die volle Weiterbildungsbefugnis in diesem Fachbereich“, erläutert Dr. Herrmann.

Die Gründung der Dialyse vor zehn Jahren geht besonders auf die Initiative des Chefarztes zurück. Ziel ist, die wohnortnahe Versorgung der Patienten zu sichern und stationär aufgenommene Patienten mit Nierenversagen im WKK Brunsbüttel weiterbehandeln zu können. Der Plan ist aufgegangen, die Dialysestation im WKK Brunsbüttel wurde gut angenommen. Die Zahl der Patienten hat sich seit 2004 verdreifacht und die Zahl der Dialysen mehr als verdoppelt. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 2749 Dialysen durchgeführt. Zwar machen die älteren Patienten die deutliche Mehrheit aus, jedoch gibt es auch immer wieder jüngere Menschen, die zur Dialyse müssen.

Dialysepatienten sind chronisch krank. „Wir verfügen hier über die Erfahrung und die entsprechende Technik, um Patienten auf eine Nierentransplantation vorbereiten zu können“, berichtet Dr. Christiane Sause. Das WKK arbeitet mit den Transplantationszentren der Universitätskliniken in Kiel, Lübeck und Hamburg zusammen.

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