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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2017 | 12:32 Uhr

Hilfe nach dem Trauma

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wie können Kinder und Jugendliche unterstützt werden? Fachtagung mit 180 Teilnehmern

von
erstellt am 13.Nov.2015 | 05:00 Uhr

Einige sind aggressiv. Andere ziehen sich zurück. Oder sie essen nicht richtig. Kinder und Jugendliche gehen ganz unterschiedlich mit einem Trauma um. „Die Kinder sind verstört, fallen auf und stören auch uns“, sagt Ingrid Kohlschmitt, Geschäftsführerin des Vereins Wendepunkt. „Verstörte und (ver)störende Kinder“ lautete deshalb die Überschrift für den 3. Interdisziplinären Traumafachtag.

Die Fachveranstaltung war Teil der Krimi Nordica, wie schon bei deren Premiere vor zwei Jahren. Die Verbindung: Stadtmanagerin Lydia Keune-Sekula ist Vorstandsmitglied bei Wendepunkt. Dieser richtete die Tagung mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Region-Kliniken im Kreis Pinneberg aus, deren stationäre Einrichtung auch für den Kreis Steinburg zuständig ist. Gemeinsam bilden beide die Interdisziplinäre Trauma-Ambulanz Westholstein.

Mediziner, Erzieher, Sozialpädagogen, Lehrer, insgesamt 180 Teilnehmer kamen für Vorträge und Workshops ins Hotel Mercure. Die Nachfrage war noch größer, sagte Ingrid Kohlschmitt, die zufrieden bilanzierte: „Ein erfolgreicher Tag.“ Ob die Kinder durch Gewalt in der Familie traumatisiert sind oder durch Krieg und Flucht, der Ansatz der Traumapädagogik ist gleich: Ihr Verhalten wird als Strategie verstanden, Kontrolle über den Alltag und Sicherheit zu gewinnen. „Das gibt ein ganz anderes Bild.“

Ziel sei, die Stärken der Kinder und Jugendlichen neu zu entwickeln. Auf dem Weg zu dieser „Selbstbemächtigung“ können schon kleine Angebote wie Sport helfen, sagte Anna Vetter, Chefärztin der Pinneberger Kinder- und Jugendpsychiatrie. Entscheidend sei auch, die Eltern und das soziale Netz einzubeziehen, so Ingrid Kohlschmitt. Bei einem Beinbruch zu helfen, sei selbstverständlich – bei einer Verletzung der Seele sehe es anders aus. Alle Aspekte der Betreuung müssten bedient und kombiniert werden, sagte Thomas Krüger vom Hamburger Verein Ankerland. Dann funktioniere es, und darum drehte sich der Fachtag, so Ingrid Kohlschmitt: „Das ist dann eben interdisziplinär.“

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