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Hoher Schuldenstand : Hilfe im Kampf gegen Schulden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Laut Schuldnerberatungsstelle steigt die Zahl der betroffenen Steinburger und liegt mit 12,12 Prozent über dem Landesdurchschnitt.

von
erstellt am 17.Mai.2017 | 11:26 Uhr

Im Kreis Steinburg ist die Schuldnerquote das fünfte Jahr in Folge gestiegen. Das geht aus dem Jahresbericht 2016 der Schuldnerberatung Steinburg Sozial hervor. Demnach liegt die Quote jetzt bei 12,12 Prozent, das sind 13  148 Personen. „Entsprechende Verschuldungsquoten haben sonst nur die Städte in Schleswig-Holstein und der Kreis Dithmarschen“, fügte Christoph Feige, Leiter der Schuldnerberatung Steinburg Sozial, im Pressegespräch hinzu. Für das gesamte Land liegt die Quote bei 10,98 Prozent (Quelle: Schuldneratlas Flensburg-Neumünster 2016, Creditreform). Vor diesem Hintergrund wolle das Land Schleswig-Holstein weitere Mittel zum Ausbau der Beratungskapazitäten bereitstellen, insbesondere für die Präventionsarbeit.

Gemeinsam mit Maiken Carstens von der Geschäftsbereichsleitung Steinburg Sozial erläutert Christoph Feige die Fallzahlen. Beide wollen verschuldete Menschen aus dem Kreis Steinburg ermutigen, sich an die Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle, die unter dem Dach der Diakonie agiert, zu wenden. Die Beratung ist kostenlos, finanziert vom Land, Kreis Steinburg sowie Sparkassen- und Giroverband.

Im vergangenen Jahr hatten sich 426 Steinburger längerfristig von der Schuldnerberatung begleiten lassen. Mit 207 Klienten haben Christoph Feige und sein Beraterteam einen Insolvenzantrag vorbereitet, 39 Personen wurden während des laufenden Insolvenzverfahrens unterstützt. Doch immer noch scheuten zu viele Betroffene den Weg in die Schuldnerberatung, um Hilfe anzunehmen. „Die Eintrittskarte in mein Büro sind Schulden“, sagt Christoph Feige nicht etwa scherzend, sondern vielmehr um deutlich zu machen, dass niemand den Weg in die Räume von Steinburg Sozial in der Timm-Kröger-Straße 2 nahe Dithmarscher Platz in Itzehoe oder in den Außenstellen in Glückstadt und Kellinghusen zu scheuen braucht.

Die Soziale Schuldnerberatung berücksichtigt nicht nur die finanziellen Probleme, sondern die persönlichen, familiären und sozialen Lebensumstände der Betroffenen. Verschuldung bedrohe die Existenzgrundlage, fördere die soziale Isolation und Entbehrungen. Krankheiten seien häufig sowohl Folge als auch Auslöser von Verschuldung. Unter der Situation würden besonders Kinder leiden, sie seien anfälliger für physische und psychische Probleme. Im Beratungsprozess werde daher neben einer wirtschaftlichen Haushaltsführung das gesamte Leben der Betroffenen in den Blick genommen. Ziel sei die Stabilisierung der Lebensverhältnisse mit Hilfe entsprechender Unterstützungsmaßnahmen. „Wir versuchen, nachdem sich alles ein bisschen stabilisiert hat, einen Weg zu finden, wie mit der Situation weiter umzugehen ist“, führt Feige weiter aus. Doch viel lieber wäre es den Beratern, wenn sie früher Hilfestellung geben könnten – am besten, bevor die Schuldenfalle zuschnappt. Verstärkt präventiv zu arbeiten, insbesondere mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, liegt darum im Fokus der Schuldnerberater. Im vergangenen Jahr organisierten sie im Rahmen der Präventionsarbeit acht Veranstaltungen an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen im Kreis. Daran wollen die Berater weiter anknüpfen.

Für alle, die Hilfe in Schuldensituationen brauchen, gibt es übrigens auch offene Sprechstunden: in Itzehoe, Timm-Kröger-Straße 2, donnerstags 14 bis 16 Uhr, in Glückstadt, Am Kirchplatz 19a, am ersten Dienstag im Monat, 9 bis 11 Uhr, in Kellinghusen, Schulstraße 4 (Mehrgenerationenhaus), am 2. Mittwoch im Monat, 9 bis 11 Uhr. Weitere Termine nach Absprache unter 04821/948999-0.

>Nähere Infos: www.steinburg-sozial.de

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