zur Navigation springen

Familienbildungsstätte : Hilfe für pflegende Angehörige

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Sabine Koglin bietet bei der Glückstädter Familienbildungsstätte einen besonderen Treffpunkt an / Neuzugänge sind willkommen

Die Glückstädter Familienbildungsstätte bietet ein vielfältiges Programm für Groß und Klein. Eine der Selbsthilfegruppen hat Sabine Koglin gegründet.

Sie hat viele Jahre lang ihre Eltern betreut und gepflegt. Dann ist im Mai 2011 ihr Vater gestorben. Daraufhin hat Sabine Koglin (58) aus Glückstadt bei der Familienbildungsstätte (FBS) im September 2011 den „Treff für pflegende und betreuende Angehörige“ gegründet. Sie wollte sich ihre Sorgen und Nöte bei der Suche nach einem Pflegeplatz für die Mutter von der Seele reden.

In Elmshorn geboren, hat Sabine Koglin Bürokauffrau gelernt, war als kaufmännische Angestellte in der Finanzbuchhaltung tätig. Vor über 15 Jahren ist sie mit ihrer Familie von Barmstedt nach Glückstadt gezogen. sechs Jahre später gaben ihre Eltern ihr Haus in Kölln-Reisiek auf, da der Vater einen Schlaganfall hatte, und zogen in eine Wohnung nach Glückstadt. Automatisch übernahm sie die Betreuung und Pflege der Eltern. Mit den Jahren wurde der Pflegeanteil immer größer, der aber auch durch die kurze Entfernung erleichtert wurde.

Nach dem Tod des Vaters hat sie die Mutter noch zehn Wochen lang weiter betreut und dann für sie eine Wohngemeinschaft gefunden. „Das war aber voll daneben. Es gab keine Beschäftigungen und nachts keine Betreuung. Für eine aktive Demente gab es keine Sparziergänge, der ganze Tag spielte sich im Haus ab.“ Ihre Sorgen, Ängste und Nöte drehten sich nur um dieses Thema. „Man kann nicht ahnen, wie schwer es ist, wenn man nur die Familie hat und es sich immer um das gleiche Thema dreht. „Ich brauchte Menschen mit gleichen Erfahrungen, mit denen ich mich austauschen kann“, schildert Sabine Koglin.

Für ihre Mutter fand sie doch noch einen Platz – im Ahsbahs-Stift in Krempe. Ihr Gesprächsbedarf blieb aber. „Das hat mich bestärkt, die Gruppe zu gründen.“ Zur Familienbildungsstelle kamen, so stellte sie schnell fest, „sehr nette Leute“, die froh waren, sich endlich einmal über die gleichen Probleme austauschen zu können. „Wir geben uns gegenseitig Tipps, besprechen wichtige Themen wie rechtliche Fragen, Patientenverfügung oder den Einsatz von gesetzlichen Betreuern. Man muss so viele Sachen bedenken.“

Die Gruppe ist altersgemischt. Die Männer einiger Frauen sind im Pflegeheim untergebracht. „Aber schon die gegenseitige Bestärkung hat geholfen.“ Zu Kaffee, Tee und Kuchen kommen sie jeden zweiten Donnerstag im Monat (15 bis 17 Uhr) für zwei Stunden zusammen.

Von Zeit zu Zeit kommen Dozenten, die über aktuelle Themen referieren und diskutieren. Für die pflegenden Angehörigen hat sie noch einen Tipp: „Es gibt auch durch die Krankenkasse bezahlte Zeiten, in denen man sich einmal für zwei Stunden beurlauben lassen kann.“

Auch Sabine Koglin selber denkt bereits an ihre Zukunft. Gemeinsam mit ihrem Mann baute sie nach eigenen Plänen ein seniorengerechtes Haus fürs Alter mit breiten Türen, ebenerdig, breiter Dusche, ohne Absätze. „Wir sind schon an der Grenze angelangt, später hätten wir damit nicht anfangen dürfen.“ In das Zimmer des Sohnes kann später einmal eine Kraft einziehen, die sie dann pflegt.

>Info: Der monatliche Termin des Treffens ist ausgehängt in der Bücherstube, bei der Krankenkasse, in der FBS im Monatsspiegel und im Internet auf der Webseite der FBS (www.fbs-glueckstadt.de).

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen