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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 23:06 Uhr

engagiert : Hilfe für Kinder im Teufelskreis

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Jürgen Pickert aus Itzehoe hat eine Lokale Aktionsgruppe von Plan International ins Leben gerufen. Im Interview betont er: “Ich bin kein Alleinunterhalter.“

von
erstellt am 26.Dez.2013 | 08:00 Uhr

Seyram ist neun Jahre alt. Seit sechs Monaten hat das Mädchen aus Togo einen Paten in Deutschland: Jürgen Pickert (71) hat bei Plan International eine Patenschaft übernommen. Doch der Itzehoer, der als Arbeitszeit-Analytiker bei Airbus tätig war, wollte sich weiter einsetzen. Deshalb hat er eine Lokale Aktionsgruppe für Plan ins Leben gerufen.

Herr Pickert, warum haben Sie sich bei Plan engagiert?

Weil ich es einfach für nötig gehalten habe. Ich glaube, wenn wir die Welt ein Stück besser machen wollen, müssen wir diesen Menschen helfen: Lesen, schreiben, rechnen. Ein Raum, ein Lehrer, ein Schreibtisch, ein Buch, das wird unsere Welt zum Guten wenden – das ist meine Motivation. Wir müssen auch die Eltern in diesen Ländern, die eine ganz andere Struktur haben, davon überzeugen, dass ihre Kinder aus dem Teufelskreis nur herauskommen, wenn sie sie Lesen und Schreiben lernen lassen. Meist passiert das nur beim ältesten Sohn, die anderen sind außen vor – und die Mädchen sowieso.

Sie haben selbst noch nicht lange ein Patenkind, starten aber schon die Aktionsgruppe. Wie kam es dazu?

Ich habe von den Gruppen gelesen und denke, das ist eine gute Sache, wenn man die Menschen auch in unserer Region damit vertraut macht. Wenn ich sage, dass ich ein Patenkind bei Plan habe, reichen die Reaktionen von Erstaunen bis zu Zweifeln an meinem Verstand. Ich denke, dass man mit öffentlichen Aktionen, wie sie geplant sind, mehr Resonanz und auch Akzeptanz findet.

In der Region gibt es rund 350 Paten. Zu Ihrem ersten Treffen kamen eine Handvoll – was kommt jetzt?

Wir werden uns am 14. Januar treffen, um uns vorzubereiten auf die Ehrenamtsmesse am 1. März im theater itzehoe. Wir werden sehen, was wir machen wollen und können. Plan in Hamburg kann mir jede Menge Material zur Verfügung stehen. Dann müssen wir sehen, wer mitmacht, welche Erfahrungen die Leute haben, die sich engagieren möchten. Jeder weitere Teilnehmer, der sich einbringen möchte, ist uns herzlich willkommen.

Was könnte danach folgen?

Ich mache das nicht als Alleinunterhalter. Da muss die Gruppe Ideen bringen und dann auch dazu stehen. Ich versuche, die Gruppe ins Leben zu rufen. Und wenn es läuft, werden wir die Sache immer im Team bearbeiten. Es gibt viele Möglichkeiten, die wir nicht nur auf Itzehoe beschränken wollen.

Geht es darum, neue Paten zu gewinnen, oder ist das Ziel, Spenden für die Arbeit von Plan zu sammeln?

Es geht darum zu zeigen, was Plan vorhat: Ein Stift, ein Kind, ein Buch – das kann die Welt verändern.

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Nächstes Treffen: Dienstag, 14. Januar, ab 19.30 Uhr bei der Kibis in der Liliencronstraße 14 statt.

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