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Norddeutsche Rundschau

19. November 2017 | 19:07 Uhr

Verwaltung : Hilfe für Flüchtlinge koordinieren

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bianca Zunker leitet künftig die Ausländerbehörde

von
erstellt am 05.Jun.2015 | 12:07 Uhr

„Es ist eine große, gewaltige Aufgabe, vor der wir stehen“, betont Landrat Torsten Wendt und sieht den Kreis Steinburg auf dem Weg zur regionalen Koordinierung bei der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen einen wichtigen Schritt weiter. Denn in der Ausländerbehörde wurde die Stelle der Flüchtlings- und Integrationsbeauftragten neu geschaffen und jetzt mit Michelle Denker (32) besetzt. Außerdem steht die Steinburger Ausländerbehörde mit Bianca Zunker (45) unter neuer Leitung. Sie löste Peter Pfahl ab, der nun an der Spitze der Steinburger Bauverwaltung steht.

Die personelle Erweiterung der Ausländerbehörde sei angesichts steigender Flüchtlingszahl notwendig geworden. 2014 wurden dem Kreis Steinburg insgesamt 379 Asylbewerber zugewiesen, schon in den ersten fünf Monaten dieses Jahres kamen 256. Bis Jahresende rechnet Torsten Wendt mit einem Anstieg auf etwa 700, nahezu doppelt so viel wie im Vorjahr. Eine Trendwende zeichne sich noch nicht ab. Der Landrat sieht noch weiteren Bedarf für personelle Aufstockung, um effektiv den Menschen, die aus Kriegsgebieten kommen und im Kreis Steinburg Zuflucht suchen, helfen zu können. Michelle Denkers Aufgabe wird in der Koordinierung der Hilfeangebote im Kreis Steinburg liegen. „Es gibt in verschiedenen Orten viele ehrenamtliche Aktivitäten; diese begrüßt der Kreis ausdrücklich“, hebt der Landrat hervor.

Ebenso wie Dieter Pape, Leiter des Ordnungsamtes des Kreises, und Bianca Zunker lobt Torsten Wendt die gute Zusammenarbeit mit Ämtern und Städten des Kreises. Unproblematisch gestaltet sich die Unterbringung der Flüchtlinge – überall sei die Hilfsbereitschaft groß. Mehr Unterstützung wünschen sich Kreis und Kommunen vom Land und warten darauf, dass Versprechen endlich umgesetzt werden. Beispielsweise, dass Menschen ohne Aufenthaltsmöglichkeit – jene, die aus heute sicher geltenden Ländern kommen – gar nicht erst auf die Kommunen verteilt werden. Sie machen zwar ohnehin nur einen geringen Anteil der Flüchtlinge aus, trotzdem würde das die Arbeit vor Ort erleichtern. Und: „Es wäre gut, wenn wir vorab schon Informationen zu den Menschen hätten, die zu uns kommen“, so Dieter Pape Richtung Landesamt – beispielsweise zu Erkrankungen oder ob Kleinstkinder dabei sind, um entsprechende Vorbereitungen treffen zu können.

Schließlich ist die Ausländerbehörde des Kreises meist die erste Anlaufstelle für Zuwanderer und Asylsuchende. Gerade diese Erstbetreuung wird in den Aufgabenbereich von Michelle Denker fallen. Die 32-Jährige hat an den Universitäten Hamburg, Delhi und Kopenhagen Ethnologie und Indologie studiert. Mehrere Auslandsaufenthalte in Südasien und Westafrika sind Teil ihres Lebenslaufs. Bisher war sie als Lehrkraft „Deutsch als Fremdsprache“ in Indien und Deutschland tätig. Die Mutter zweier Kinder spricht Englisch, Französisch, Dänisch und Hindi und übt sich seit April auch im Arabischen. Ehrenamtlich hat sich Michelle Denker beim Aufbau eines Flüchtlingscafés, der Organisation eines interkulturellen Jugendaustausches und im Rahmen eines Sozialen Jahres in einem Schulprojekt in Indien engagiert.

In der Steinburger Kreisverwaltung wird sie sich nun insbesondere um die Willkommens- und Anerkennungskultur kümmern, wobei die Erstbetreuung der Asylbewerber ihr Hauptaufgabenbereich sein wird. Denker: „Unser Ziel ist es, dass ich als erste Ansprechpartnerin für die Flüchtlinge bei der Erstberatung Hilfestellungen für einen guten Start gebe.“ Dazu sollen unter anderem so genannte Starterpakete mit Info-Material entwickelt und an die Menschen ausgegeben werden, um ihnen „das Ankommen im Kreis Steinburg zu erleichtern“. Zu Michelle Denkers Aufgabengebiet gehört außerdem die Zusammenführung aller wichtigen Akteure, um die Kooperation zu stärken und die Arbeit effizienter zu gestalten. Ziel sei es auch, ehrenamtliche Hilfen kreisweit zu koordinieren, zu beraten und zu schulen – quasi ein Netzwerk zu schaffen. Nach den Sommerferien, so kündigt Landrat Torsten Wendt an, soll es eine zentrale Veranstaltung mit allen ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe Aktiven geben, um sich abzustimmen. Dieter Pape fügt hinzu: „Wo es bereits gute Initiativen gibt, können andere partizipieren.“

 

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