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Grossübung der Steinburger Nachwuchsfeuerwehren : „Hilfe, bitte helft mir doch“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Löscheinsatz, Menschenrettung, Suche nach Vermissten – Steinburger Jugendfeuerwehren üben in Hohenaspe.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2017 | 15:30 Uhr

200 Kinder und Jugendliche aus 17 Jugendwehren im Kreis Steinburg waren am Sonnabendnachmittag bei einer Gemeinschaftsübung im Einsatz. Dort beweisen die Nachwuchskräfte gemeinsam mit den Itzehoer Jugendgruppen der DLRG und des THW ihre Schlagkraft und ihr Können. Für die Übung hatten sich der Kreisjugendfeuerwehrausschuss zusammen mit den Jugendfeuerwehren aus Itzehoe und Hohenaspe besondere Prüfungen einfallen lassen.

„Um die einzelnen Einsatzszenarien auch realistisch darstellen zu können, setzen wir neben Feuer, Rauchbomben und Nebelmaschinen auch gut geschminkte Statisten ein“, sagte Benedict Adamski vom Kreisjugendfeuerwehrverband. Schließlich wolle man gerade bei einer solchen Übung versuchen, alle Bereiche abzudecken. An acht verschiedenen Einsatzorten im Gewerbegebiet Burgviert galt es daher, Brände zu löschen, Menschenleben zu retten, nach vermissten Personen zu suchen und Erste Hilfe zu leisten.

Pünktlich um 14 Uhr wurde die erste Einsatzgruppe über die technische Einsatzleitung alarmiert. Innerhalb weniger Minuten rückten die Nachwuchskräfte von ihrem Bereitstellungsplatz, der auf dem Gelände des Itzehoer Fraunhofer-Instituts eingerichtet worden war, mit ihren Einsatzfahrzeugen an. Sofort begann der erste Zug, eine unter einem Radlader eingeklemmte Person zu befreien, eine weitere Person mit Hilfe der Drehleiter von einer Containerwand zu retten und sich um einen am Boden liegenden und durch eine Metallstange fixierten Schwerstverletzten zu kümmern.

Unterdessen startete eine weitere Gruppe die Suche nach vermissten Personen in einer verqualmten Werkstatt, andere bauten einen Löschangriff vom nahe gelegenen Hydranten auf und leiteten die Brandbekämpfung ein.

„Hilfe, bitte helft mir doch“, hörten die Nachwuchskräfte anderenorts ein junges Mädchen immer wieder rufen. Verwirrt und vermutlich unter Schock stehend lief sie immer wieder um ein völlig zerstörtes und stark qualmendes Auto, in dem ihr schwer verletzter Bruder lag. „Kannst du mich hören“, fragte Sina von der Wrister Jugendfeuerwehr nach dem Eintreffen am „Unfallort“ den im Wagen eingeklemmten Fahrer, während sich andere Kameraden um weitere Unfallopfer kümmerten. Erst als alle Personen aus dem Fahrzeug befreit und betreut waren, wurde mit dem Löschen des Pkw begonnen.

Als besonders dramatisch erwies sich die Rettung von Personen, die in den Schacht des Regenrückhaltebeckens gefallen waren und aus eigener Kraft nicht wieder herauskamen. Auch diese Herausforderung meisterten die jungen Feuerwehrleute. Nur wenige Meter weiter hatten mehrere Paletten auf freiem Gelände Feuer gefangen und mussten gelöscht werden. Hier halt es für die Jugendfeuerwehr, zwei Wasserversorgungen aus dem Regenrückhaltebecken aufzubauen.

An den einzelnen Einsatzorten hatten sich neben zahlreichen Schaulustigen auch Kreisjugendfeuerwehrwart Olaf Nagel und dessen Stellvertreter Uwe Ehlers, Kreiswehrführer Frank Raether und Amtswehrführer Thorsten Beuck eingefunden. Sie alle zeigten sich bei der abschließenden Manöverkritik zufrieden. Ehe sich alle Ausbilder und Teilnehmer mit einem Essen in der Halle der Firma Ohl stärken konnten, dankte Olaf Nagel dem Feuerwehrnachwuchs für dessen Engagement. Dank richtete er auch an die Firmen im Gewerbegebiet, die für die einzelnen Szenarien ihre Gebäude oder ihr Grundstück zur Verfügung gestellt hatten.

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