engagiert : Hilfe aus Itzehoe nach der Katastrophe

Packt an beim Hausbau: Birte Last.
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Packt an beim Hausbau: Birte Last.

Birte Last unterstützte nach dem Brand im chilenischen Valparaíso – nun sammelt sie Spenden für ein Bauprojekt von Freiwilligen.

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05. Juni 2014, 10:45 Uhr

War es ein Truthahngeier, der brennend von einem Hochspannungsmast stürzte? Es ist unklar, was das verheerende Feuer auslöste, das im April Teile der chilenischen Hafenstadt Valparaíso verwüstete. 15 Menschen starben, mehr als 2500 Häuser wurden zerstört. Sofort begannen das Aufräumen und der Wiederaufbau. Und eine Itzehoerin war mittendrin.

Birte Last (20) machte im vergangenen Jahr Abitur am Sophie-Scholl-Gymnasium. Was sie studieren wird, steht nicht fest, zuvor nahm sie sich eine Auszeit: Länder und Leute kennen lernen, Erfahrungen sammeln, Spanisch lernen. Zwei Monate lang arbeitete sie in Chile in einem Kindergarten einer deutschen Schule, dann reiste Birte Last mit einer neu gewonnenen Freundin in den Norden Chiles, nach Peru und Bolivien sowie anschließend in den Nationalpark Patagoniens „Torres del Paine“ im Süden Chiles. Die nächste Station war Concon nahe Valparaíso, die Itzehoerin arbeitete als Kellnerin und in einer Surfschule am Strand. Nach dem Besuch des Musikfestivals „LollaPalooza“ in Santiago wollte Birte Last auf dem Weg nach Norden in die Wüste noch einmal die Freunde in Concon besuchen – da brannte es in Valparaíso.

Die 20-Jährige blieb, um zu helfen. Auf einem der Hügel räumte sie Überreste von Häusern weg: „Das Bild, was sich mir dort bot, ist wirklich unvorstellbar.“ Nichts war übrig geblieben außer vereinzelten Gemäuern, Wellblechhaufen und Gasflaschen. Mehr als 12 500 Menschen wurden obdachlos.

Birte Last lernte eine Architektur-Studentin kennen, die zusammen mit schon berufstätigen Architekten das Projekt Minga für ökologischen und nachhaltigen sowie stabilen Hausbau startete. „Ihre Ideen und der Entwurf gefielen mir sehr, gerade weil es zwar Notlösungungen des Staates gibt, diese jedoch dünne, kalte und feuchte Hütten ohne jegliche Isolation oder Stabilität sind.“ Diese Soforthilfe sei wichtig, aber auf lange Sicht keine Lösung. Nahrung und Kleidung wurden in Massen gespendet – doch die Familien hatten keine Unterkunft, wo sie alles unterbringen konnten.

Schon am Wochenende nach dem Brand begann eine Gruppe Freiwilliger, das erste Haus zu bauen. „Die Motivation und Intelligenz, die hinter diesem Projekt stehen, sind unglaublich“, sagt die Itzehoerin. Die Teilnehmer finanzieren es aus eigener Tasche, und Birte Last begann, Spendenanfragen in ihre deutsche Heimat zu schicken. Denn sie fühle sich Chile mittlerweile so sehr verbunden, dass sie hoffe, nicht nur mit dem Einsatz beim Bau, sondern auch finanziell helfen zu können.

Beim ersten Haus war sie bis zur Fertigstellung dabei, danach reichte die Zeit nur noch für einen Besuch in der Atacama-Wüste. Doch das war es wert, findet die 20-Jährige: „Diese positive Energie und Kraft aller Beteiligten teilen zu dürfen, ein so tolles Haus zu bauen, den Betroffenen etwas geben zu können und im Gegenzug so viel Dankbarkeit zu erfahren – eine unglaubliche Erfahrung.“ Gerade ist die 20-Jährige aus Südamerika zurückgekehrt, doch Spenden sammelt sie weiter. Dies geschieht über ihr deutsches Konto, um hohe Gebühren zu vermeiden.

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Kontakt: Birte Last, 0151/40338267, E-Mail boertfun@gmx.net.

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