übergabe : Hightech für den Stromtransport

Feiertag: Die Pfiffner-Belegschaft um Dr. Hans-Jürgen Voss (vorn l.) übergibt den Jubiläums-Messwandler an Marcel Kasner (vorn r.).
Feiertag: Die Pfiffner-Belegschaft um Dr. Hans-Jürgen Voss (vorn l.) übergibt den Jubiläums-Messwandler an Marcel Kasner (vorn r.).

Pfiffner Deutschland technisch auf dem europäischen Markt etabliert – und bereit für den harten Wettbewerb.

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16. Juli 2014, 12:00 Uhr

6,80 Meter hoch, anderthalb Tonnen schwer und ausgelegt für höchste Anforderungen im Stromnetz: Zum 100. Mal hat die Pfiffner Deutschland GmbH einen Hochspannungs-Messwandler an ihren größten Kunden Amprion übergeben. Bisher wurden an der Zusestraße mehr als 250 Wandler gebaut.

Seit 2012 wird in dem Werk produziert. Messwandler sind Spezial-Transformatoren, die sehr hohe Ströme oder Spannungen so umwandeln und reduzieren, dass sie für elektrische Zähler oder Schutzgeräte für Schaltanlagen zu verarbeiten sind. Die Besonderheit der Itzehoer Geräte: Sie enthalten ungiftiges und unbrennbares Isoliergas, sonst kommt Ölpapier zum Einsatz. „Wir haben an alle für uns wichtigen großen Kunden geliefert“, sagt Dr. Hans-Jürgen Voss, Geschäftsführer von Pfiffner Deutschland. Gemeint sind die vier großen deutschen Energieversorger, Messwandler gingen aber auch in die Niederlande, die Schweiz, nach Österreich und Tschechien sowie zum ersten Mal auch nach Russland. Die Firma mit ihren derzeit 23 Mitarbeitern sei in Europa technisch anerkannt, sagt Voss. „Jetzt müssen wir uns dem Markt stellen.“

Und auf diesem herrscht harter Wettbewerb. Pfiffner mit dem Hauptsitz in der Schweiz sei ein europäisches Unternehmen mit europäischen Produkten für europäische Kunden, betont Voss. Nichts komme bei dem letzten Unternehmen in Privatbesitz aus Asien, anders als bei den Mitbewerbern, die alle Goliaths, also Konzerne, seien.

Umso wichtiger sind treue Großkunden wie die von RWE gegründete Amprion, die die Hälfte der bisherigen Produktion abnahm: „Sie haben uns vom ersten Tag an das Vertrauen geschenkt“, sagt Voss. Marcel Kasner von der Amprion ist zur Übergabe des Jubiläumswandlers gekommen und lobt die gute Zusammenarbeit, die sich auch auf die Entwicklung erstreckt: „Dieser Austausch funktioniert hier sehr gut.“ Etwa alle zwei Wochen fährt ein Tieflader mit vier Messwandlern aus Itzehoe zum Zentrallager im nordrhein-westfälischen Wesel, von dort werden die Geräte auf Umspannwerke verteilt. Eine Standardausführung kostet nach Voss' Worten rund 25 000 Euro, sie muss bei einer kalkulierten Lebensdauer von 40 Jahren Ströme bis 4000 Ampere, bei Kurzschlüssen bis 80 000 Ampere überstehen. Bei einer normalen Haus-Steckdose sind es 16 Ampere.

Gut 300 Messwandler sind bisher bei Pfiffner in Auftrag gegeben worden, bis Oktober ist das Werk laut Voss ausgelastet – das sei normal bei vier bis fünf Monaten Lieferzeit. Auch die Charge für Amprion sei bald abgearbeitet, sagt der Geschäftsführer Richtung Kasner. Der reagiert wie gewünscht: „Die Botschaft ist angekommen.“

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