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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 19:49 Uhr

„Hier kann man nachhaltig was bewegen“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Startschuss für Kulturprojekt / Mit Programmleiter Anton Brade sprach unser Redakteur Volker Mehmel

shz.de von
erstellt am 06.Mär.2015 | 15:35 Uhr

Herr Brade: In drei Tagen eröffnen Sie mit Ihren Mitstreitern das wohl ehrgeizigste Kulturprogramm, das es in der Wilstermarsch bislang gegeben hat. Haben Sie schon Lampenfieber?

Noch geht das, noch bin ich ganz entspannt. Ich habe auch das Gefühl, dass wir alles getan haben, was wir können.

25 Wochen Tanz und Theater. Und das in der Marsch. Das ist richtig mutig.

Es hat sich hier direkt vor meiner Nase einfach so ergeben. Hier gibt es den Platz, den Raum und eine gewisse Freiheit. Alles Dinge, die man in einer Großstadt so nicht hat. Hier kann man auch nachhaltig etwas bewegen. In Berlin ist das Angebot dann doch wieder ganz schnell Schnee von gestern. Ich spüre hier auch eine große Offenheit und eine Neugier.

Bei so einem Projekt ist man auf Unterstützung aus der Stadt und der Region angewiesen. Wie ziehen die Menschen hier mit?

Das ist ganz wichtig: Ich bin es ja nicht alleine, der das hier organisiert. Es gibt viele hilfreiche Hände. Das Ganze ist ja aus der Stadtwerkstatt heraus entstanden. Wichtig ist auch: Was wir hier anbieten wollen, ist nicht etwa nur Luxus oder Spaß, sondern für die Stadt auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Es gibt eine sehr lange Liste von Angeboten und Veranstaltungen. Steht das Programm jetzt?

Das, was wir aufgelistet haben, steht auch so für die 25 Wochen. Durch meine Berliner Kontakte habe ich natürlich auch eine sehr große Unterstützung. Und die Dozenten, die schon in Wilster waren, haben das hier auch sehr genossen.

Und wie wollen Sie den Wilstermarsch-Bewohnern - zum Beispiel – Breakdance nahebringen?

Es gibt doch diesen berühmten Dokumentarfilm „Young at heart“ über einen Laienchor mit Mitgliedern im Alter von 70 bis 100 Jahren. Man ist eben nie zu alt, um etwas Neues zu lernen. Und auch, wer eventuell eine körperliche Beeinträchtigung hat, muss ja deshalb nicht in der Ecke stehen. Man muss nur die Bereitschaft mitbringen, etwas Neues ausprobieren zu wollen. Man darf auch gerne erst einfach mal nur zuschauen, aber dann eben auch mitmachen. Es geht bei den Angeboten ja auch nicht darum, Leistungen zu erbringen. Es geht vielmehr um das Erleben, etwas gemeinsam zu machen.

Schwerpunkt in Ihrem Programm ist der Tanz. Nun ist vielleicht nicht jeder mit Salsa, Flamenco oder Afro Dance so recht vertraut.

Unsere Kurse richten sich ganz bewusst an Anfänger ohne jegliche Vorkenntnisse. Wir haben auch extra einen Kurs für Menschen mit zwei linken Füßen.

Ihr Kulturprojekt ist nicht nur in der Region, sondern im ganzen Norden ziemlich einmalig. Wie weit soll ihr Einzugsgebiet denn reichen?

Wir hoffen schon auf Resonanz aus dem ganzen Norden. Auch für Hamburger haben wir eine Menge zu bieten.

Am Dienstag ist Eröffnung. Ist in der Alten Schule alles dafür fertig?

Es wird vielleicht nicht alles perfekt sein, hier und da werden wir noch improvisieren. Von den Inhalten her darf man aber höhere Erwartungen haben. Wir versuchen eben, mit einfachen Mitteln vieles zu ermöglichen.

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