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Start-Up aus Itzehoe : „Heute verkaufe ich Spaß“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der ehemalige Bänker Christian-Schramm-Bünnings lockt nach Startschwierigkeiten tausende Kunden in sein Freizeitcenter.

shz.de von
erstellt am 19.Apr.2017 | 05:00 Uhr

In loser Folge stellen wir junge Unternehmen mit innovativen Ideen vor. Heute: Der Indoor-Spieplatz „iz4kids“ und „Black Island-Schwarzlicht-Minigolf“.

 

Der Beginn war holprig, doch letztendlich hat es sich gelohnt: Christian Schramm-Bünnings (39) Betrieb läuft – und zwar gut, wie er sagt. Wahrscheinlich waren viele Itzehoer schon mal zu einer Firmenfeier, einem Kindergeburtstag oder einfach so beim Schwarzlicht-Minigolfen mit dem angeschlossenen Riesen-Indoor-Spielplatz im Norden der Stadt. Seit 2011 betreibt Schramm-Bünning den Spielplatz in einer großen Halle, das Schwarzlicht-Golfen kam im November 2015 hinzu. „Früher habe ich Kredite verkauft, heute verkaufe ich Spaß“, sagt der ehemalige Sparkassen-Bänker.

2009 war es, als Schramm-Bünning Lust auf etwas Neues hatte: Er wollte für sich selbst arbeiten. „Ich habe immer ein Feuerwerk für andere abgebrannt, da dachte ich, das kann ich auch für mich selbst machen“. Mit seinen Söhnen war er in Hamburg auf Indoor-Spielplätzen unterwegs und dachte sich, dass es sowas im Kreis Steinburg nicht gebe. Die Marktlücke wollte er nutzen und arbeitete einen Business-Plan aus. Wie sowas geht wusste der in Itzehoe aufgewachsene Schramm-Bünning aus seiner Sparkassen-Zeit: Dort war er für Existenzgründungen zuständig. Das half ihm auch beim Beantragen von Geldern für die Gründung, denn er kannte die Stellen, die finanzielle Unterstützung anbieten. Über einen Bänkerkontakt erfuhr Schramm-Bünning dann vom zu mietenden Gebäude in der Emmy-Noether-Straße und kündigte bei der Sparkasse. Am letzten Arbeitstag wurde sein drittes Kind geboren. Ärgerlicherweise begannen dann aber auch Probleme.

In besagtem Gebäude gab es damals mehrere Mieter. Einer davon, ein Fitness-Center, wollte nicht ausziehen, obwohl der Mietvertrag laut Schramm-Bünning bereits ausgelaufen war und er einen gültigen Mietvertrag besaß. Frau und Familie waren zum damaligen Zeitpunkt ohnehin nicht begeistert von seinen Plänen: Das sichere Angestelltenverhältnis in der Bank für einen Spielplatz aufgeben? Schramm-Bünning musste den Kredit monatlich tilgen – und da keine Einnahmen aus dem Indoor-Spielplatz flossen, mehrere Jobs machen. Er gründete eine Lebensberatung und vermietete nebenbei deutschlandweit eine Art Oktoberfest-Partyzelt. Zu dieser Zeit fuhr auch ein Bus mit Werbung für den Spielplatz durch Itzehoe – ohne dass dieser geöffnet hatte. „Wir wussten ja nicht, wann es endlich los geht“, sagt Schramm-Bünning. Der Betreiber des Fitness-Studios blieb Stur. Der Spielplatz wurde letztlich im April 2011 eröffnet – in einem Zelt auf dem Parkplatz. Lediglich Gastronomie konnte Schramm-Bünning im Gebäude anbieten.

Doch der Itzehoer blieb hartnäckig und verfolgte seinen Traum weiter. Das zahlte sich aus: Ende 2011 zog der Spielplatz nach drinnen. „Ich würde es nochmal machen“, sagt Schramm-Bünning. Auf eine Klage habe er verzichtet: „zu viel Stress“. Der Vermieter sei ihm mit dem Preis entgegengekommen und man habe ein gutes Verhältnis. „Jetzt tragen wir die Früchte unserer Arbeit“, sagt Schramm-Bünning heute.

Der Spielplatz mit Kartbahn und das neu hinzugekommene Schwarzlicht-Golfen seien ebenso gut besucht wie die Partyräume. Bis zu 20 Geburtstage werden bei ihm am Tag gefeiert, hinzu kommen zahlreiche Firmenfeiern. Das Publikum ist zweigeteilt: Die eine Hälfte komme aus dem Kreis Pinneberg und Hamburg, die andere aus Itzehoe und Umgebung. „Seitdem wir das Schwarzlicht-Golfen haben, decken wir alle Altersgruppen ab“, sagt Schramm-Bünning. 24 Mitarbeiter beschäftigt er, darunter eine Auszubildende, seinen Vater und Bruder. Von den 2500 Quadratmetern Fläche sind nur noch 200 frei. Für die Zukunft hat sich Schramm-Bünning vorgenommen, auf der verbliebenen Freifläche ein „Exit Game“ zu bauen. Seine Gäste können sich dann auf Räume freuen, aus denen sie nur entkommen, wenn sie die dort versteckten Rätsel lösen.

 

 

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