Handy-Scouts in Itzehoe : Heute hier, morgen in Australien

Die Handy-Scouts zeigen den Fünftklässlern, was sie über ihr Handy wissen müssen: Emma Giesler (l.) und Constanze Braatz (2. v. r.) mit Christina und Matilda (r.).
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Die Handy-Scouts zeigen den Fünftklässlern, was sie über ihr Handy wissen müssen: Emma Giesler (l.) und Constanze Braatz (2. v. r.) mit Christina und Matilda (r.).

Wie ein Foto im Internet um die ganze Welt gehen kann, lernen die Schüler der AVS in Itzehoe von ausgebildeten Handy-Scouts.

shz.de von
01. Februar 2018, 05:15 Uhr

Positive und negative Aspekte dieser Entwicklung beleuchtet unsere Serie. Heute: In der Auguste-Viktoria-Schule werden Handy-Scouts ausgebildet, die den jüngeren Schülern wichtige Informationen zur Smartphone Nutzung weitergeben.

Um den Verantwortungsvollen Umgang mit Handys zu vermitteln, werden Schüler der neunten Klasse an der Auguste-Viktoria-Schule (AVS) zu Handy-Scouts ausgebildet. Emma Giesler (14) und Constanze Braatz (18) sind Smartphone-Profis und gehen deshalb in die fünften Klassen, um ihr Wissen weiterzugeben. Zur Veranschaulichung zeigen sie einen Film mit folgender Szenerie: Auf einer Feier kommt irgendwann der Punkt, an dem die Augenlider immer schwerer werden. So geht es einem Schüler. Als er am nächsten Morgen langsam die Augen öffnet, greift er zuerst zum Handy. Sein Bildschirm ist voll mit Facebook-Benachrichtigungen. Die Seite lädt langsam, dann starrt er auf ein Bild. Darauf ist sein Gesicht zu sehen, vollgekritzelt mit schwarzem Edding. Er ist schockiert – jemand muss ihn fotografiert und sich mit seinem Passwort eingeloggt haben.

Der Film lässt auch die Klasse nicht kalt. „Findet ihr das okay, was die Freunde des Schülers gemacht haben?“, fragt Emma. Schüler Nicky antwortet prompt: „Das sind doch keine Freunde, die so etwas tun. Das Internet vergisst nichts. Wenn man ein Foto in Deutschland einstellt, kann es auch in Australien landen.“ Um dies zu verhindern erklären die Handy-Scouts den Jüngeren, wie man ein richtiges Passwort mit Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen und Zahlen erstellt. „Es ist wichtig, im Vorfeld Präventionsarbeit zu betreiben – bevor die Daten der Kinder in falsche Hände geraten“, sagt Handy-Scout-Ausbilderin Sabine Kriech.

Neben den Hinweisen zur Sicherheit, erstellen Emma und Constanze mit den Schülern ein „Gewaltbarometer“. Situationen vom Filmen in der Umkleidekabine bis zum Diebstahl werden in einer Skala eingeordnet. Dadurch soll den Schülern verdeutlicht werden, welche Gefahren es gibt. Auch die Rechte in Bezug auf Fotos, Videos, Online-Plattformen und Apps erläutern die Scouts.

„Medienkompetenz weiter auszubilden ist an unserer Schule sehr wichtig. Die Kinder haben bereits viele Erfahrungen im Umgang mit den Smartphones, aber gehen damit oftmals leichtfertig um“, sagt Lehrerin Katja Sörensen. Ein Verbot sei trotzdem „Quatsch“. Stattdessen stellen Emma und Constanze mit den Schülern gemeinsam Regeln auf. „Am wichtigsten ist es, dass man seine Rechte kennt, vorsichtig ist und schon früh ein Bewusstsein für den Umgang mit dem Smartphone entwickelt“, sagt Emma abschließend.

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