Feuerwehren : Herzschlagfinale beim Amtswehrfest

Die spätere Siegerwehr Heiligenstedten/Bekmünde legt einen fulminanten Start hin.
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Die spätere Siegerwehr Heiligenstedten/Bekmünde legt einen fulminanten Start hin.

Im Feuerwehr-Jubiläums-Dorf Kaaks setzt sich Heiligenstedten/Bekmünde mit hauchdünnem Vorsprung gegen Peissen durch.

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23. Juni 2014, 05:00 Uhr

Sie reißen die Arme hoch, sie kugeln vor Freude übers Feld, sie springen sich in die Arme, ihre Frauen und Fans schreien aus voller Kehle ihren Namen: Peissen, Peissen. Die Feuerwehr aus Peissen hatte im Finale gegen die Wehr Heiligenstedten/Bekmünde als erste die fünf Hindernisse zum Ziel bewältigt, die drei Tafeln umgespritzt, das Ganze in sagenhaften 1:40:30 Minuten. Doch der Jubel war verfrüht, denn beim spritzen trat einer der Kameraden aus Peissen über die Linie. Das gab neun Strafsekunden, macht 1:49:3 Minuten Endzeit. Die neun Kameraden aus Heiligenstedten/Bekmünde dagegen arbeiteten fehlerfrei im Finale, brauchten 1:47:8 Minuten für den Parkur und waren damit am Ende Sieger bei den Feuerwehrspielen auf dem Amtswehrfest in Kaaks.

Verkündet hat Amtswehrführer Thorsten Beuck (47) aus Oldendorf dieses Drama im Finale erst am Abend auf dem Ball im Tausend Mann Zelt, wo auch die Pokale an die drei besten Wehren vergeben wurden. Platz drei belegte die Wehr aus Silzen, die im Halbfinale die Wehr aus Oldendorf schlug. 14 der 16 Wehren aus den 20 Dörfern des Amtes Itzehoe-Land nahmen an den Feuerwehrspielen teil.

Auf Zeit mussten jeweils zwei Wehren parallel mit einer neun Mann starken Truppe den Parkur absolvieren. Fünf Hindernisse mussten dabei bewältigt werden. Das Auffälligste war die grosse Strohballenmauer am Start. Sie bildete ein Sichthindernis zwischen dem Maschinisten am Wasserloch und den Akteuren im Feld. Manch eine Wehr verschenkte wertvolle Sekunden, weil die Kommunikation zum Maschinisten nicht perfekt klappte, manch ein Kamerad wurde dabei auch nass, wenn der Maschinist schon Wasser gab, die Männer vorne aber die Schläuche noch nicht richtig gekoppelt hatten. Im Ziel galt es dann drei Tafeln umzuspritzen und nicht immer war der Erste auch der Sieger, denn überall lauerten Fehlerfallen, wo die Wehren Strafsekunden sammeln konnten.

Die Begeisterung, mit der die 420 Kaakser und ihre 28 Mitglieder starke Wehr das Amtswehrfest auf die Beine stellten brachte Steinburgs langjährigen früheren Kreispräsidenten Hans-Friedrich Tiemann aus Hohenaspe auf den Punkt. ,,Ich finde es toll, wie festlich das ganze Dorf dekoriert wurde, nicht nur die Ehrenpforten, sondern das jede Straße einen Beitrag zum Thema Feuerwehr geleistet hat. Es sieht so aus, als ob sich Kaaks 125 Jahre lang auf dieses Fest vorbereitet hat", sagte Tiemann. Jedes Grundstück wurde geschmückt, ein gutes Dutzend historische Feuerwehrfahrzeuge sowie Szenen aus dem Leben der Wehr machten Kaaks für eine Woche zu einem Feuerwehr-Museumsdorf.

,,Flashover in Kaaks“ lautete das Motto des Festes. Nachmittags sorgte der Feuerwehrmusikzug Hohenaspe zum Kaffee im Zelt für Stimmung, abends heizte die Band ,,Troubadix" den 480 Mitgliedern der 16 Wehren und allen die zum Feiern in der Mittsommernacht nach Kaaks kamen ein. Ein weiterer Höhepunkt des Amtswehrfestes war der Sternmarsch, bei dem die Wehren in zwei Zügen, begleitet von den Feuerwehrmusikzügen Hohenaspe und Ottenbüttel durch Kaaks marschierten

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