Jubiläum : Herzliche Lebenshilfe bei der Brücke

Engagiert seit 25 Jahren: Lilly Hauschild
1 von 2
Engagiert seit 25 Jahren: Lilly Hauschild

Lilly Hauschild betreut seit 25 Jahren Menschen in schwierigen Lebenslagen

von
13. Mai 2014, 05:00 Uhr

Praktische Hilfe in allen Lebenslagen und ein offenes Ohr für kleine und große Sorgen und Nöte – das bietet Lilly Hauschild in der Glückstädter Zweigstelle der Brücke Schleswig-Holstein.

Seit 25 Jahren betreut die 71-jährige Glückstädterin immer montags eine feste Gruppe von Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder einem Suchtleiden. „Wir sind keine Therapie-Gruppe. Behandlungen finden anderswo statt“, erklärt sie ihre Aufgabe. Statt dessen bietet Hauschild einen Rahmen für soziale Kontakte. „Wir trinken meistens gemeinsam Kaffee und essen Kuchen oder Obst.“ Zwei Mal im Jahr organisiert sie Busausflüge, etwa zum Weihnachtsmarkt nach Lübeck.

Wie die Treffen gestaltet werden, entscheiden die Teilnehmer. Lilly Hauschild macht nur Vorschläge und leitet an. Aus ihrer Sicht stehen die Aktivitäten nicht im Mittelpunkt, sondern die Gespräche. „Bei den Treffen erzählt jeder aus seinem Alltag. Jeder Besucher kann über persönliche Probleme sprechen, aber niemand muss – das ist mir ganz wichtig. Manchmal reden wir auch einfach über Politik oder das Fernsehprogramm von gestern.“

Wenn einer ihrer Schützlinge ernste Sorgen hat, steht die Verwaltungsangestellte im Ruhestand jederzeit für ein Vier-Augen-Gespräch bereit und macht auch schon mal einen „Hausbesuch“. „So ist über die Jahre ein sehr tiefes Vertrauensverhältnis entstanden.“

Zu ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit kam Hauschild eher zufällig. „Mein damaliger Partner war in Itzehoe im Vorstand der Brücke und so kam es, dass ich dort vertretungsweise Gruppentreffen betreute.“ Ihre Arbeit überzeugte sowohl die Teilnehmer als auch die Verantwortlichen von der Brücke. „Es klappte ziemlich gut und ich wurde gefragt, ob ich das nicht dauerhaft machen möchte.“ In Glückstadt ist sie seit Mai 1989 aktiv.

Ihr Jubiläum feierte Lilly Hauschild im kleinen Kreis mit ihrer Gruppe. Der Leiter des Eulenhofs, einer Einrichtung für Suchtkranke in Wewelsfleth, Dr. Gerd Gedig überreichte als Präsent eine Collage des Künstlers Andreas von Dahrendorf. „Menschen wie Lilly Hauschild könnten wir viel mehr gebrauchen. Ihre langjährige Unterstützung ist sehr wichtig für unsere Arbeit“, sagt Gedig.

Ans Aufhören denkt die Glückstädterin nicht: „So lange ich kann, mache ich weiter. Meine Gruppe ist mir doch so sehr ans Herz gewachsen.“

zur Startseite
Karte

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert